Neues Virus bei Rindern in Deutschland

Das deutsche Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), hat bei Rindern im Bundesland Nordrhein-Westfalen Hinweise auf ein neues Virus gefunden. Das "Schmallenberg Virus" könnte Leistungsverlust und Aborte ausgelöst haben.
Das "Schmallenberg Virus" könnte Leistungsverlust und Aborte bei Rindern in Deutschland ausgelöst haben.
Das "Schmallenberg Virus" könnte Leistungsverlust und Aborte bei Rindern in Deutschland ausgelöst haben.
Seit den Sommermonaten waren im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Milchrindern unerklärliche Fälle von hohem Fieber, Leistungsrückgang und Lahmheit beobachtet worden. Der Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und das FLI führten darum aufwendige Untersuchungen zur Identifizierung des Erregers durch. Wie das FLI jetzt mitteilte, weisen erste Ergebnisse auf einen Erreger der Gattung Orthobunyavirus hin, der mit der Gruppe der Akabane-ähnlichen Viren verwandt ist. Aufgrund der Herkunft der Proben bezeichnen die Behörden das Virus vorläufig als "Schmallenberg Virus".

Viele Fragen offen

Die Herkunft des Erregers stellt die Forscher vor ein Rätsel. Wie die Blauzungenkrankheit werden Akabane-ähnliche Viren durch Gnitzen, also stechende Insekten, übertragen. Unklar ist jedoch, ob es sich um einen Neueintrag des Virus handelt oder ob Orthobunyaviren seit längerer Zeit unerkannt bei Rindern in Europa vorkommen. Verbreitet kommen diese Erreger in Australien und Afrika vor. Bei trächtigen Tieren können sie Frühgeburten und schwere Missbildungen der meist nicht lebensfähigen Nachkommen auslösen. Der Tiergesundheitsdienst rechnet damit, dass tragende Rinder, die sich im Spätsommer und Herbst unbemerkt infiziert haben, spontan abortieren oder drei bis vier Monate nach der Infektion Kälber mit Sehnenverkürzungen beziehungsweise steifen Gelenken zur Welt bringen. Auch könnten blinde Kälber oder Kälber mit missgebildeten Hirnen die Folge sein, die nicht selbstständig trinken. Ein Impfstoff steht in Deutschland nicht zur Verfügung.


Aktualisiert am: 22.11.2011 15:04
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