Neuer VÖM- Präsident gewählt

Anlässlich der Generalversammlung der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) wurde heute Direktor Helmut Petschar von der Kärntnermilch zum neuen Präsidenten der VÖM gewählt. Petschar folgt in dieser Funktion Günther Geislmayr nach.
Direktor Helmut Petschar von der Kärntnermilch folgt Günther Geislmayr als Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).
Direktor Helmut Petschar von der Kärntnermilch folgt Günther Geislmayr als Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).
Günther Geislmayr, der nach dreijähriger erfolgreicher Tätigkeit sein Amt zurückgelegt hat, nachdem er bereits im Sommer dieses Jahres die Geschäftsführung der Gmundner Molkerei übergeben hat, wird von Direktor Helmut Petschar von der Kärntnermilch abgelöst. Petschar, 45, ist seit Juni 2006 Geschäftsführer der Kärntnermilch, einer starken regionalen Milchverarbeitungs-Genossenschaft, die bundesweit und auch im Export mit innovativen Produkten erfolgreich agiert.

Heimischer Erzeugerpreis gesunken, aber höher als in Deutschland
"Österreichs Molkereien konnten sich in der sehr schwierigen Situation auf den Milchmärkten, die durch die Wirtschaftskrise verschärft wurde, gut behaupten. Mit einem durchschnittlichen Auszahlungspreis in den ersten acht Monaten 2009 von 32,83 Cent/kg brutto (mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß; netto waren es 29,31 Cent) konnten zwar unsere Milchbauern derzeit auch nicht positiv wirtschaften, aber offensichtlich haben die heimischen Verarbeiter den Preisabsturz doch besser abfedern können. Verglichen mit den deutschen Preisen erhielten damit die österreichischen Bauern im Jahr 2008 knapp EUR 100 Mio. mehr an Milchgeld. In den ersten acht Monaten des heurigen Jahres ergab das ein Plus von netto EUR 89 Mio. gegenüber dem deutschen Niveau, dies entspricht rund EUR 2.500,- je Landwirt inklusive Umsatzsteuer", berichtete Geislmayr.

Engagierteres Handeln der EU-Kommission gefordert
Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung am europäischen Milchmarkt sei ein deutlich engagierteres Einschreiten der EU-Kommission mit Marktstützungs-Maßnahmen. Wenn auch die Intervention kurzfristig Schlimmeres verhindern konnte, so müsse dennoch danach getrachtet werden, den Markt mit zusätzlichen Aktionen in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie oder für Futtermittelzwecke zu entlasten. Auch dürften die eingelagerten Interventionsmengen nicht beim ersten Anzeichen einer Preisverbesserung auf den Markt geworfen werden. Zusätzlich sollte auch der politische Rahmen für ein längerfristiges angebotseitiges Marktsteuerungsmodell gelegt werden, verlangte Geislmayr.

Petschar: Österreichs Milchwirtschaft setzt auf Qualität und Gentechnikfreiheit
"Österreichs Chance im hart umkämpften internationalen Wettbewerb ist es, auf die hohe Qualität und die besonderen Produktionsbedingungen der heimischen Milchwirtschaft zu setzen. Unsere Molkereiprodukte bieten hier entscheidende Vorteile", zeigte sich der neue VÖM-Präsident überzeugt. Zunächst erfolge die Milcherzeugung in kleinen und überschaubaren Einheiten sowie unter hohen Umwelt- und Tierschutzstandards. Mit der Gentechnikfreiheit könne den Konsumenten zusätzliche Sicherheit geboten werden.

Kooperation zwischen Marktpartnern in Zukunft wichtiger
"Unsere Milchwirtschaft hat es bisher gut verstanden, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Dies konnte im Vorjahr sowie im ersten Halbjahr 2009 aufgrund der vorliegenden Außenhandelszahlen unter Beweis gestellt werden. Mittlerweile werden ca. 44% der heimischen Molkereiprodukte im Ausland abgesetzt. Für den Inlandsmarkt ist es wichtig, dass eine starke Kooperationsachse zwischen Bauern, Molkerei, Lebensmittelhandel und Verbraucher besteht. Nur dadurch kann es gelingen, die heimischen Schienen mit Qualitätsprodukten sowie regionalen Spezialitäten auszubauen", unterstrich Petschar.

"Nur echt ist recht" - Aktion für das Original
Die österreichische Molkereiwirtschaft will Konsumenten und Lebensmittelindustrie davon überzeugen, wieder verstärkt hochwertige heimische Milchprodukte zu verwenden. Mit dem Slogan der AMA Marketing "Sicher ist Sicher" sollen billige Nahrungsmittelzubereitungen beziehungsweise Importe oder Analogkäse thematisiert werden. "Insbesondere darf es nicht durch mangelnde oder schlechte Kennzeichnung zu einer Konsumenten-Täuschung kommen.", erklärte Petschar. Die VÖM unterstützt daher auch die Bemühungen der Codex-Kommission in Richtung einer unmissverständlichen Kennzeichnung und hofft, dass diese auch entsprechend kontrolliert werde. (AIZ)



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Aktualisiert am: 05.10.2009 15:44
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