Neuer Laubholzschädling im Lande? - Gefahr!

Gefährlicher Citrusbockkäfer–
Einschleppung auch nach Österreich zu befürchten
In Deutschland sorgt der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) für Aufregung: Eine große Supermarktkette verkaufte im Mai 2008 über 100.000 getopfte Fächerahorne (Acer palmatum), die zu einem großen Teil mit dem Citrusbockkäfer befallen waren. Dieselbe Supermarktkette bot solche Pflanzen auch in Österreich an. Deutschlandweit wurden bisher schon etliche Fälle von eingeschleppten Käfern bekannt.

Gefährlicher Schädling für Laubbäume

Der Citrusbockkäfer zählt in seiner asiatischen Heimat zu den gefährlichsten Schädlingen vor allem an Zitruspflanzen, aber auch an Laubbäumen, insgesamt an über 100 Laubgehölzen.

Der Käfer befällt viele heimische, auch völlig gesunde Laubbäume wie Ahorn, Buche, Weide, Birke, Platane, Haselnuss, Rosskastanie oder Apfelbäume, aber auch Rosenstöcke und verschiedene Straucharten, und bringt diese zum Absterben. In der Europäischen Gemeinschaft wurde der Citrusbockkäfer als Quarantäneschadorganismus eingestuft Danach besteht eine Meldepflicht für alle befallenen Bäume und gefundenen Käfer bei den Pflanzenschutzdienststellen der jeweiligen Bundesländer.

In Europa wurde der Käfer erstmals 1997 in Italien und 2003 in Frankreich im Freiland entdeckt.

Der Käfer ist relativ auffällig. Er ist zwei bis knapp vier Zentimeter groß, glänzend schwarz und hat unregelmäßige, verschieden große helle Flecken auf den Flügeldecken. Seine Fühler sind schwarz-hellblau gestreift und rund doppelt so lang wie sein Körper.

Die Larven des Citrusbockkäfers leben ein bis zwei Jahre versteckt im Holz der Bäume, insbesondere in den Wurzeln. Erste Befallszeichen sind oft Bohrspäne, die durch die Fraßtätigkeit der Larven entstehen und am Stammfuß oder auf der Erdoberfläche im Wurzelbereich liegen. Der fertige Käfer bohrt sich über Löcher mit bis zu 1,5 Zentimeter Durchmesser aus dem Holz ins Freie. Der Hauptflug der Käfer beginnt in Österreich im Juni und reicht bis in den September.

Funde in Österreich melden

Das Bundesamt für Wald (BFW) in Wien ist in Österreich für den Amtlichen Pflanzenschutzdienst „Holz und Forstpflanzen“ zuständig. Personen, die in den letzten Monaten oder auch im vergangenen Jahr junge Ahornpflanzen gekauft haben, sollen diese mehrmals wöchentlich auf Spuren von Bohrspänen, Ausbohrlöcher sowie erwachsene Käfer kontrollieren und verdächtige Pflanzen oder Käfer dem Pflanzenschutzdienst der Länder oder direkt dem BFW (Tel. 01-87838 1130, ute.hoyer@bfw.gv.at) melden.

Verdächtige Pflanzen sollten mit Topf oder Wurzel in mehreren stabilen Säcken gut verschlossen, Käfer in einem verschließbaren Glasgefäß eingefangen und baldmöglichst dem Pflanzenschutzdienst oder dem BFW übergeben werden. Es muss alles unternommen werden, um eine Ausbreitung dieses Quarantäneschädlings zu verhindern.



Ansprechpartnerin:

Dipl.-Biologin Ute Hoyer-Tomiczek, Tel. 01/878 38 1130, Handy: 0664/1921009, ute.hoyer@bfw.gv.at)

Fotos als Download unter:

Bundesamt und Forschungszentrum für Wald Online


Autor: Konrad Liebchen
Aktualisiert am: 05.08.2008 14:28

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