Neuentwicklungen in der Schweinezucht

Seit vier Monaten ist Georg Gstöttenbauer Obmann des Schweinezuchtverbandes Oberösterreich. Gemeinsam mit Geschäftsführer Dr. Peter Knapp spricht er über Ziele, Neuentwicklungen und Chancen. Hier ein kurzer Auzug.
Der fortschrittliche Landwirt: Herr Gstöttenbauer, welche Ziele
SZV-Obmann Georg Gstöttenbauer im Landwirt-Interview.
SZV-Obmann Georg Gstöttenbauer im Landwirt-Interview.
verfolgen Sie in Ihrer Funktion als Obmann des Schweinezuchtverbands Oberösterreich?

Georg Gstöttenbauer: Wir haben unseren Strategien auf vier Säulen aufgebaut, die wir in den nächsten Monaten und Jahren konsequent verfolgen werden. Dazu gehört die Weiterentwicklung der Reinzucht auf Basis einer intensiven Stationsprüfung. Das ist mir ein besonderes Anliegen und auch absolut notwendig für den Zuchtfortschritt. Auch die intensive Vernetzung der Produktionsstufen im Zuge des ÖHYB-Programms ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Züchtung. Wir werden die bestehende Datenvernetzung weiter intensivieren, so dass immer mehr Informationen für Selektionsentscheidungen zur Verfügung stehen. Ein weiteres Ziel des Verbands muss es sein, seine Mitglieder zu einer Weiterentwicklung der Betriebe zu motivieren. Dazu zählen auch Investitionen in „Biosecurity“. Nicht zuletzt wollen wir unsere Marketingaktivitäten unter anderem auch durch eine verstärkte Nutzung des Internets intensivieren.

Der fortschrittliche Landwirt: Während die Mast- und Schlachtleistung österreichischer Genetik den internationalen Vergleich nicht scheuen braucht, befindet sich die Fruchtbarkeitsleistung der Mutterlinien hierzulande eher im Durchschnitt. Gilt das Hauptaugenmerk der Züchtung demnach in Zukunft der Fruchtbarkeit?

Georg Gstöttenbauer: Bei diesen internationalen Vergleichen stellen wir immer wieder fest, dass zum Beispiel die Dänen nur mit den 10 % besten Sauen in die Werbung gehen. Wenn auch wir nur die 10 % Besten heranziehen, sind wir mit den 30 Ferkeln pro Sau und Jahr auch voll dabei. Wir sind mittlerweile bei 32 lebend geborenen Ferkeln und 29 abgesetzten Ferkeln beim Edelschwein. Die 10 % besten Landrasse- Sauen liegen bei 33,9 lebend geborene und 30,8 abgesetzte Ferkeln. Es hat sich aber herausgestellt, dass wir vor allem bei der Lebensleistung, also bei der Anzahl der Würfe, auf einem wesentlich besseren Niveau sind. Mit durchschnittlich 6,6 Würfen pro Sau sind wir international im Spitzenfeld. Wenn wir also diese Lebensleistung betrachten, mit denen die so genannten Hochleistungssauen aus Dänemark überhaupt nicht mithalten können, und dazu das genetische Leistungspotenzial heranziehen, dann haben wir überhaupt kein Argumentationsproblem.

Das Interview führte Roman GOLDBERGER.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 5/2011 von Der fortschrittliche Landwirt.

Weiters in dieser Ausgabe:

  • Fleisch- und Fettqualität steigern – Aber wie?
  • Strom sparen bei der Lüftung
  • Ö-Börse sichert 4 Mio. Euro
  • Schweineschlachtungen erneut gestiegen
  • 900 Besucher am „Landwirt“-Agrarforum Schwein



Aktualisiert am: 18.02.2011 00:53
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