Neue Wege braucht die Region

Unter diesem Motto bestreitet die BIOHANF SÜD VerarbeitungsGmbH mit dem Anbau von Biohanf Erfolg versprechende neue Wege.
Hanf erreicht in nur 3 Monaten eine Höhe von 3,5 m.
Hanf erreicht in nur 3 Monaten eine Höhe von 3,5 m.
Die biologische Wirtschaftsweise verlangt nach einer Pflanze, die keine Pflanzenschutzmittel benötigt, einen guten Vorfruchtwert aufweist und Unkraut unterdrückend wirkt. Auf Grund dieser Eigenschaften ist Hanf geradezu prädestiniert für den Anbau im biologischen Landbau, was die Mitglieder und Vertragspartner der Biohanf Süd VerarbeitungsGmbH im Kärnterbecken folgerichtig erkannt haben. Gegründet im Juni 2004, stehen mittlerweile 9 Biobauern unter Vertrag. Der Geschäftsführer der Verarbeitungsgesellschaft, Peter Pankraz, erklärt die Zusammenarbeit mit den Bauern: „Die Biovertragsbauern bauen im wirtschaftsnahen Raum, d.h. im Umkreis von 40 km 64 ha Biohanf an. Die Gesellschaft übernimmt die Verarbeitung, die Vermarktung und den Verkauf.“

Der Anbau der Bastfaserpflanze erfolgt Mitte April – Mitte Mai pfluglos mit Breitsaat in einer Saatstärke von 40 – 45 kg je ha für ein Faserernteoptimum. Es kommen vor allem französische Sorten zum Einsatz, die sich in der Gesamtnutzung von Faser und Körner (Hanfnüsse) bewährt haben.

Unter optimalen Bedingungen erreicht der Hanf innerhalb von nur 100 Tagen eine Höhe von 350 cm. Gedüngt wird mit Gründüngung und mit Gülle. Geerntet wird der Biohanf Mitte September mit einer Kornfeuchte von 30 % und einem TM-Gehalt der Gesamtpflanze von 70 %.

Auf den besseren Standorten werden nur die Hanfnüsse mit Mähdrescher und Kempervorsatz abgedroschen. Die Erntereste werden mit der Scheibenegge eingearbeitet. Der Hanfnuss-Ertrag von Biohanf liegt bei 600 – 800 kg je ha, im konventionellen Anbau können aber auch Erträge bis zu 1.300 kg je ha erzielt werden.

Ausbezahlt werden bei einer guten Qualität und hohen Erträgen 600 – 800 € je ha, davon 50 % spätestens 4 Wochen nach der Ernte und die weiteren 50 % spätestens 3 Monate nach der Ernte. Dem sind allerdings noch Saatgutkosten von ca. 100 € und Erntekosten von ca. 200 € gegenüber zu stellen.

Autor: Sebastian SEMLITSCH, Graz


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Aktualisiert am: 08.06.2006 10:29
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