Neue Trends in der Fütterung

Aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens hat sich der DLG-Arbeitskreis „Futter und Fütterung“ Ende Juni in Braunschweig mit den gegenwärtigen Veränderungen auf den Futtermittelmärkten befasst.
Die Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln wird sich in den nächsten 25 Jahren verdoppeln. Jedes Jahr nimmt zudem die Zahl der Käufer von Energie um 200 Mio. Menschen zu. Weltweit wird die Nachfrageentwicklung nach agrarischen Rohstoffen und tierischen Erzeugnissen eine wachsende Flächenproduktivität erzwingen. Da global etwa siebenmal so viel erzeugte Nährstoffe in die Nutztierhaltung wie unmittelbar in die menschliche Ernährung fließen, können Verhinderung von Futterverderb, Leistungssteigerungen und bedarfsgerechtere Fütterung zu einer deutlich besseren Rohstoffausnutzung führen.

Futter wird teurer!
Futter wird teurer!
Auf den Standort Deutschland bezogen gehen insbesondere in Veredelungsregionen, soweit politisch zugelassen, der Grünlandanteil und die Brachflächen zurück. Im Ackerbau nehmen der Getreide-, Mais- und Rapsanbau zu. Die Futterkosten steigen und zwar sowohl nachfragebedingt bei den wichtigsten Handelsfuttermitteln als auch durch höhere Flächen- und Bewirtschaftungskosten bedingt bei den wirtschaftseigenen Futtermitteln. Lediglich verstärkt auf den Markt drängende Nebenprodukte werden Kostensenkungseffekte ermöglichen.

Der Verbrauch an Einzelfuttermitteln sowie die Zusammensetzung von Mischfutter werden sich verändern. In den Futterrationen gehen die Anteile an Sojaschrot, Getreide, Pflanzenölen, Maiskleberfutter und Melasse zurück, zugunsten wachsender Anteile an Rapsschrot, Rapskuchen, Trockenschlempen sowie Raffinations- und Destillationsfettsäuren oder Glycerin. Die neuen Nebenprodukte aus der Bioenergiegewinnung und Lebensmittelverarbeitung werden zwar in steigendem, aber letztlich nur begrenztem Umfang Getreide und Sojaextraktionsschrot ersetzen können, sind ihr Futterwert und ihre Akzeptanz beim Nutztier doch deutlich geringer. Die Nutztierhaltung wird auch künftig auf große Mengen an Futtergetreide angewiesen sein. Steigende Futtermittelpreise machen Futtermittel wertvoller. In der Konsequenz werden die Qualitätsansprüche an Futtermittel steigen, egal ob Mischfutter oder Einzelfutter. Ihr Einsatz muss noch bedarfsgerechter erfolgen. Damit die Kosten im Griff bleiben, ist ein Fütterungscontrolling unerlässlich. In der Futtermittelanalytik und Futterbewertung werden dringend Weiterentwicklungen benötigt als Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Fütterung. Fütterungsversuche müssen die Eignung neuer Futtermittel und Rationen mit absichern.

In der Rinderfütterung ist das Verhältnis von Gras- und Maissilageanteilen an die Kostenentwicklung anzupassen. Der Übergang auf mehr Weide kann zwar Futterkosten sparen, ist in der Regel aber gegenüber einer TMR-Fütterung mit einem Absinken der Futteraufnahme verbunden und bringt häufig arbeitswirtschaftliche Probleme. Der Einsatz neuer stationärer Futtermischer kann die Arbeits-und Stallbaukosten senken und die Fütterung von Leistungsgruppen verbessern, hat jedoch auch Nachteile bei Um- oder Erweiterungsbauten.

In der Schweinehaltung werden Rapsprodukte und Körnerleguminosen Sojaschrot und Getreide in gewissen Umfang ersetzen. Dabei ist die ausreichende Versorgung mit Aminosäuren zu beachten, insbesondere wenn auch noch Trockenschlempen mit verfüttert werden. Aufgrund eines verstärkten Einsatzes von besonders phosphorreichen Nebenprodukten wird der Mineralfutterbedarf zurückgehen.

Zusammenfassung und Präsentationen der Referenten


Aktualisiert am: 23.07.2007 10:54
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