Neue Trends bei Wintergetreidesorten

Negative Auswirkungen des Witterungsgeschehens wie in der letzten Saison wird es immer geben. Züchterische Anstrengungen, überlegte Sortenwahl und produktionstechnische Maßnahmen können sie jedoch abmildern.
Was tun gegen Auswuchs?
Zwei aufeinander folgende Jahre mit großflächigem Getreideauswuchs gab es in den vergangenen Jahrzehnten nicht oft. Dies zeigt, mit welchen Unsicherheiten wir bei der Erzeugung „unter freiem Himmel“ stets rechnen müssen.
Auswuchs verursacht Verluste durch Veratmung, erhöhten Kornausfall am Halm und Ausschlagen des Keimlings beim Drusch. Viel gravierender sind jedoch die Einbußen, wenn bei Backweizen, Mahlroggen, Durumweizen oder Braugerste die geforderte Qualität unterschritten und nur mehr der Futtergetreidepreis erzielt wird. Weist der Roggen mehr als 1,5 bis 2 % Auswuchskörner auf, sinkt die Fallzahl unter die zumeist geforderten 150 bzw. 120 Sekunden ab. Auch bei Weizen drücken 1,5 bis 2 % Auswuchs die Fallzahl unter den Wert von 220 Sekunden. Partien mit über 30 % Auswuchs werden oft nicht übernommen und enden in Biogasanlagen. An Mastschweine oder Rinder kann Auswuchsgetreide verfüttert werden, jedoch nur in Mischung mit unbelasteter Ware bzw. in reduzierter Menge.

Die Möglichkeiten des Landwirts zur Vermeidung von Auswuchs sind begrenzt. Auswuchsfeste Sorten überstehen zumindest kürzere Schlechtwetterphasen ohne gravierende Qualitätsminderung. Starkes Lager sollte jedenfalls vermieden werden. Eine Ernte mit Kornfeuchten bis über 20 % und anschließender Trocknung verursacht zwar Zusatzkosten, hätte im Alpenvorland aber manche Weizenpartie retten können.

Autoren: Dipl. Ing Michael Oberforster und Dipl. Ing. Clemens Krüpl, AGES Wien


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Aktualisiert am: 23.08.2006 10:05
Wintertriticale mit starkem Auswuchs. Im Mühl- und Waldviertel wurden Partien mit mehr als 50 % ausgewachsener Körner beobachtet. Sorten wie Kortego, Rambus oder Versus keimten stärker als Polego, Tremplin, Triamant oder Ticino.
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