Neue Tierschutzbestimmungen für die Rinderhaltung

In dieser Sonderbeilage werden die wesentlichen Bestimmungen des Bundes-Tierschutzgesetzes und der Tierhaltungsverordnung für die Rinderhaltung zusammenfassend dargestellt.



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Laufstallhaltung

Rindern sind geeignete Bewegungsmöglichkeiten oder geeigneter Auslauf oder Weidegang zu gewähren.
Rindern sind geeignete Bewegungsmöglichkeiten oder geeigneter Auslauf oder Weidegang zu gewähren.
Für die Haltung von Rindern in Laufställen wird – unabhängig vom Laufstalltyp – ein ausreichendes Ausmaß an Absonderungsbuchten für kalbende und kranke Tiere gefordert. Außerdem sind Möglichkeiten zur Fixierung der Tiere für Zwecke tierärztlicher oder sonstiger Behandlungen vorzusehen. Elektrische Abschrankungen in Laufställen sind nur vorübergehend zulässig. Bei den Mindestmaßen für die Liege- und Bewegungsflächen muss zwischen Liegeboxenlaufställen und sonstiger Gruppenhaltung (Laufställe mit nicht in Liegeboxen unterteilter Liegefläche) unterschieden werden.

Liegeboxenlaufställe

Es muss für jedes Tier mindestens eine Liegebox vorhanden sein. Die geforderten Liegeboxenlängen gehen zum Teil über die bisher nach der Bundesländervereinbarung gemäß Art. 15 a B-VG vorgeschriebenen Mindestmaße hinaus. Es wird bei der Bemessung der Liegeboxen nicht zwischen Jungvieh (beweglicher als ältere Tiere) und Kühen unterschieden.

Fressgänge für Kühe müssen mindestens 3,20 m und Laufgänge mindestens 2,50 m breit sein. Für alle übrigen Rinder dürfen die Gangbreiten angemessen verkleinert werden. Eine Unterschreitung der geforderten Fressgangbreiten um 40 cm und der Laufgangbreiten um 30 cm ist bei Umbauten erlaubt. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

· Es dürfen keine Sackgassen entstehen,
· der Laufstall muss einen Zugang zu einem Auslauf aufweisen, oder
· es muss nach jeweils 10 Liegeboxen ein Quergang vorhanden sein.

Sonstige Gruppenhaltung

Die sonstige Gruppenhaltung umfasst alle Laufställe, deren Liegefläche nicht durch Liegeboxen unterteilt ist. Zu dieser Kategorie gehören sowohl Einraum- als auch Mehrraumbuchten, die als Tiefstreu- oder Tretmistsystem oder mit Spaltenböden ausgeführt sein können. Buchten ohne vollperforierte Böden müssen jedenfalls eine trockene und ausreichend groß dimensionierte Liegefläche aufweisen. Eine detaillierte Vorgabe für die zur Verfügung zu stellende Liegefläche, wie sie die Art. 15 a-Vereinbarung und auch viele landesrechtliche Normen enthielten, scheint in der Bundes-Tierhaltungsverordnung nicht auf.

Autor: Dr. Elfriede Ofner

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Aktualisiert am: 25.02.2005 21:11
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