Neue Milchkrise in der EU abwenden

Vertreter des Milchsektors haben gegenüber dem Europaparlament klar gemacht, dass der Milchmarkt weiter die höchste Aufmerksamkeit benötigt. Der Präsident der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA), Padraig Walshe, rief die Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses am Dienstag vergangener Woche auf, dem Aufkommen einer neuen EU-Milchkrise entgegenzuwirken.
Da der Markt nach wie vor labil sei, forden die Bauernvertreter eine solide Politik, um eine weitere Krise abzuwenden.
Da der Markt nach wie vor labil sei, forden die Bauernvertreter eine solide Politik, um eine weitere Krise abzuwenden.
Bei nach wie vor labilen Märkten decke der Marktpreis nicht immer die Produktionskosten der Landwirte, sagte Walshe in Brüssel anlässlich einer Aussprache über den Bericht der hochrangigen Expertengruppe. Die Erzeuger hätten unter der gravierenden EU-weiten Milchkrise schwer gelitten und 2009 Umsatzverluste von nahezu 10 Mrd Euro hinnehmen müssen. Der EU-Markt sei nach wie vor labil und bestimmt durch die Weltmarktnachfrage, die sich jederzeit verändern könne. Walshe forderte eine solide EU-Politik, um eine weitere Krise abzuwenden.

Krise könne sich jederzeit wiederholen
Insbesondere müssten Instrumente der Marktverwaltung - Sicherheitsnetze - erhalten bleiben, um der wachsenden Marktvolatilität zu begegnen. Der stellvertretende Vorsitzende der COPA/COGECA-Arbeitsgruppe „Milch“, Tommaso Mario Abrate, pries die Vorzüge landwirtschaftlicher Genossenschaften zur Sicherstellung einer nachhaltigen Milchproduktion und -verarbeitung. Die spezifische Rolle der Genossenschaften müsse weiter gefördert werden. Der Präsident des European Milk Board (EMB), Romuald Schaber, warf den Molkereien vor, sich während der Milchkrise schadlos gehalten zu haben, während die Bauern die Zeche gezahlt hätten. Er bekräftigte die EMB-Kritik am Milchbericht und verlangte allgemeinverbindliche Regeln anstelle freiwilliger Lösungen. Es müsse eine flexible Angebotssteuerung geschaffen werden. Er warnte, dass sich die Milchkrise jederzeit wiederholen könne. Derzeit befinde sich Europa dank des schwachen Euro in einer günstigen Exportsituation. Wenn sich das Futter jedoch plötzlich wieder verteuere, sehe die Sache schnell ganz anders aus. (AgE)

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Aktualisiert am: 20.07.2010 09:35
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