Neue EU-Verordnung zur Kennzeichnung von Futtermitteln

Die neuen Vorschriften zur Kennzeichnung von Futtermitteln treten verbindliche für alle Futtermittel am 1. September in Kraft.
Sie sind in der EU-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 767/2009) über die Kennzeichnung von Futtermitteln beschrieben. Andrea Meyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (D) hat die wichtigsten Änderungen zusammengestellt:

  1. Es gibt jeweils eine neue Formel zur Schätzung des Energiegehaltes von Rinder- und Schweinemischfuttern. Diese Regelung betrifft nur Deutschland. Die Energiedeklaration bleibt wie bisher freiwillig, die Toleranzen haben sich nicht geändert: 0,4 MJ ME/kg beim Schweine- und Rindermastfutter und 0,25 MJ NEL/kg beim Milchleistungsfutter.
  2. Im Schweinefutter ist zusätzlich der Gehalt an Methionin und im Geflügelfutter der Gehalt an Lysin anzugeben.
  3. Die Angabe der Zusammensetzung des Mischfutters hat sich dahingehend geändert, dass die offene Deklaration (d. h. die Angabe der prozentualen Anteile der Komponenten) nicht mehr verpflichtend ist, sondern die Einzelfutter in absteigender Reihenfolge nach Gewicht angegeben werden können. Werden die prozentualen Anteile nicht deklariert, kann der Käufer auf Anfrage Informationen über die mengenmäßige Zusammensetzung mit einer Spanne von +/- 15 % des angegebenen Wertes erhalten.
  4. Ab jetzt müssen alle zugesetzten Zusatzstoffe, für die ein Höchstgehalt festgelegt ist, angegeben werden. Dies gilt für Einzel- und Mischfuttermittel.
  5. Es können besondere Eigenschaften eines Futtermittels angegeben werden, ausgenommen krankheitsbezogene Hinweise. Diese Auslobungen (Claims) müssen gegenüber den Kontrollbehörden wissenschaftlich einwandfrei zu belegen sein.
  6. Bei der Deklaration von Mineralstoffen gibt es Änderungen. So ist ab jetzt die Angabe von Calcium, Phosphor und Natrium im Alleinfutter verbindlich.
  7. Ergänzungsfuttermittel dürfen nicht mehr als das Einhundertfache des entsprechend festgelegten Höchstgehaltes an Futtermittelzusatzstoffen in Alleinfuttermitteln enthalten, d. h. die Einmischrate eines Ergänzungsfuttermittels beträgt mindestens 1 %. Ausnahmen bestehen für Erzeugnisse mit einem besonderen Ernährungszweck.


Die neue VO (EG) Nr. 767/2009 und weitere Informationen für die Praxis finden Sie auf der Homepage der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH): Neue Futtermittelverordnung


Aktualisiert am: 26.08.2010 07:55
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