Neue Broschüre: Die Lawine im Fokus

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Die Broschüre enthält einen Überblick auf die wichtigsten Themen von der Entstehung von Schnee über die Methoden der Lawinenmessung bis hin zu der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen.
Lawinenverbauung auf der Silvretta. Foto: Stefan Schurr/shutterstock.com.
Lawinenverbauung auf der Silvretta. Foto: Stefan Schurr/shutterstock.com.
Die Lawine ist eine Naturgefahr, die uns bei aller Freude am Wintersport in Bann hält. Die Statistiken zeigen, dass etwa zwei Drittel der Lawinentoten Tourengeher und Variantenfahrer sind. Ein Drittel der Opfer kommen durch Katastrophenlawinen ums Leben. Wie entsteht eine Lawine? Welche Typen gibt es und welche Maßnahmen werden gegen sie getroffen? Das Institut für Naturgefahren des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) informiert nun mit der neu erschienenen Broschüre Die Lawine im Fokus.

Es liegt an der Schwachschicht

Die Gründe, warum es zu einem Bruch in der Schneedecke kommt, lassen sich in ihrem Aufbau suchen. Wettereinflüsse wie Niederschlag, Temperatur und Sonneneinstrahlung sind die wesentlichen Ursachen. So ist die Schneedecke nicht homogen, sondern aus verschiedensten Schwachschichten aufgebaut. Eingeschneiter Oberflächenreif und kantige Kristalle bilden die typischen Kornformen dieser Formationen. Sie lokalisieren sich zum Beispiel bei starker Strahlung nahe der Schneeoberfläche ober- und unterhalb von Krusten und bei hohen Temperaturunterschieden um den Gefrierpunkt zwischen Boden und Schneeoberfläche. Die Schwachschichten bleiben teils über den gesamten Winter bestehen. Instabilitäten in einer Neuschneedecke festigen sich hingegen schneller, gerade wenn es eine gute Bindung zur Altschneeoberfläche gibt.

Welche Typen es gibt

Was Lockerschnee- und Schneebrettlawinen, Trocken- und Nassschneelawinen, Fließlawinen, Staublawinen und Gleitschneelawinen genau sind, wurde von der UNESCO bereits 1981 definiert. Jeder einzelne Typus trägt eine spezifische Gefahr in sich, weshalb der stabile Schutz durch Wald ein wesentlicher Gegenstand der Raumplanung ist. Institutsleiter Dr. Karl Kleemayr zu diesem Thema: Da sich im Wald keine großflächigen Schwachschichten ausbilden können, ist die Wahrscheinlichkeit für ein Schneebrett gering. Aber genau das ist die Tücke: Im locker bewachsenen Lärchenwald ist dieser Effekt schwach, weshalb es immer wieder zu überraschenden Abgängen kommt.

Weshalb Lawinenforschung wichtig ist

Das Institut für Naturgefahren des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) beforscht schon seit 1949 die Lawine, ihre Entstehung und die facettenreichen Schutzwirkungen von Wald. Die Teilnahme der BFW-Exerpertinnen und Experten an überregionalen Messungen, der innovative Zugang zu Lawinenmessungen und die Betreuung von wissenschaftlichem Nachwuchs zeichnen das Institut für Naturgefahren in Innsbruck und speziell die Abteilung für Schnee und Lawine unter der Leitung von Antonia Zeidler, PhD, besonders aus. Zeidler über ihr Forschungsfeld: Obwohl über die letzten Jahrzehnte wichtige Aspekte über den Anbruch, das Fließverhalten und die Wirkung im Auslaufgebiet untersucht wurden, gibt es nach wie vor Wissenslücken beim Themenkomplex Lawine. Das Institut für Naturgefahren forscht intensiv, um auch in Zukunft fundiertes Know-how für ein zeitgemäßes und nachhaltiges Risikomanagement bereitstellen zu können.

Was man bekommt

Die Broschüre enthält einen Überblick auf die Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich, einen Glossar und vor allem die wichtigsten Themen von der Entstehung von Schnee über die Methoden der Lawinenmessung bis hin zu der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen zwischen Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit. Es ist ein idealer Begleiter für Fachkundige und eine für die Thematik interessierte Öffentlichkeit, sagt Dr. Peter Mayer, Leiter des BFW, über die neue Publikation im Pocketformat. PDF-Download oder Bestellung im Bookshop des BFW unter http://bfw.ac.at bzw. per Mail unter bibliothek@bfw.gv.atmöglich.

Aktualisiert am: 01.02.2017 14:25
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