Neonicotinoide wieder in der Diskussion

Der Einsatz von Neonicotinoiden zur insektiziden Beizung von Saatgut steht im Verdacht, Bienen zu schädigen. Laut einer neuen Studie führe aber ein Verbot zu wesentlichen sozioökonomischen Nachteilen.
Die synthetischen,nikotinähnlichen Wirkstoffe stehen unter dem Verdacht, Bienen und Hummeln zu schädigen. (Foto: JPW.Peters /pixelio.de)
Die synthetischen,nikotinähnlichen Wirkstoffe stehen unter dem Verdacht, Bienen und Hummeln zu schädigen. (Foto: JPW.Peters /pixelio.de)
Alle Jahre im Frühjahr bricht eine medial wirksame Diskussion über die Effekte von Neonicotinoiden auf Bienen los. Die synthetischen,nikotinähnlichen Wirkstoffe stehen unter dem Verdacht, Bienen und Hummeln zu schädigen. Und alle Jahre wieder zitieren Tier- und Umweltschutzverbände Studien, die deren Argumente bestätigen. Landwirtschaftsverbände wiederum zitieren Untersuchungen, die zeigen, dass Neonicotinoide keine substanzillen, negativen Auswirkungen auf Biene haben. Die Verbände stützen sich unter anderem auf eine Studie des Humboldt Forums für Ernährung und Landwirtschaft, die von Bayer Crop Science und Syngenta finanziert wurde. Nach der Studie drohen Verluste von 17 Mrd. Euro in der EU in den kommenden fünf Jahren, wenn das Insektizid verboten wird.

Verbot von Neonicotinoiden soll zu Umweltrisiken führen
Auch auf Umweltrisiken weist die Studie hin. Wenn die Ernteverluste durch Importe ausgeglichen werden müssten, führe dies in Drittländern zum Umbruch von Waldböden zur Gewinnung von Ackerland. Dies schade dem Klima, warnen die Wissenschafter der Humboldt Universität. Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen betonte: "Das ist die erste Studie dieser Art zur Quantifizierung der sozioökonomischen Vorteile dieses Saatgutbeizungsverfahrens in der EU. Sie verdeutlicht, dass die landwirtschaftliche Produktion nicht länger als Selbstverständlichkeit angesehen werden kann und dass Landwirte einen umfassenden technologischen Werkzeugkasten brauchen, um die Ressourceneffizienz zu verbessern und wettbewerbsfähig zu bleiben." Mit Neonicotinoiden werden vor allem Saatgut von Raps und Mais in der EU behandelt. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) prüft noch.

Aktualisiert am: 18.01.2013 12:20
Landwirt.com Händler Landwirt.com User