Negativrekord bei Hagel-Zwischenbilanz

Mehr als 70 Mio. € Hagelschaden, 180.000 ha betroffene Fläche, rund 175 in Mitleidenschaft gezogene Glas- und Folienhäuser - so lautet die erschreckende Zwischenbilanz im heurigen Jahr, und die Hagel- und Unwettergefahr ist noch nicht vorbei, wie die Österreichische Hagelversicherung (ÖHV) berichtet.
Die mancherorts sogar Tennisball-großen Hagelkörner verursachten katastrophale Schäden bei landwirtschaftlichen Kulturen, Glashäusern und Dächern.
Die mancherorts sogar Tennisball-großen Hagelkörner verursachten katastrophale Schäden bei landwirtschaftlichen Kulturen, Glashäusern und Dächern.
"Noch nie in der Geschichte unseres Unternehmens gab es so viele Hagelschadensmeldungen wie im heurigen Jahr", informiert Kurt Weinberger, ÖHV - Generaldirektor, in einer Aussendung. 18.919 Schadensmeldungen bis 19.August zeigen einen noch nie da gewesenen Negativrekord. Besorgniserregend ist, dass die diesbezüglichen Einbußen in der Landwirtschaft jährlich dramatisch zunehmen und sich die Schadensmeldungen somit seit 2005 mehr als verdreifacht haben.


Prämien werden angehoben
Die Prämien der Hagelversicherung werden daher für das kommende Jahr generell angehoben. Im Spätherbst werde eine Evaluierung für eine Anpassung nach oben in Summe stattfinden, hieß es vonseiten der ÖHV. Die Prämien waren lange Zeit stabil, ausgeweitet wurde durch die Mehrgefahrenversicherungen die Risikodeckung etwa für Überschwemmungsschäden. 2008 lag die Gesamtschadenssumme bei EUR 100 Mio., die Prämieneinnahmen beliefen sich auf EUR 64,3 Mio.


Mehr Hagel und Unwetter prognostiziert
Nicht unbedingt optimistisch stimmen zudem die Ergebnisse der Wissenschafter, die prognostizieren, dass die Hagelschäden in den nächsten Jahren aufgrund des Klimawandels tendenziell weiter steigen werden. Auch die Häufigkeit und Heftigkeit anderer Wetterextreme, wie Unwetter und Stürme, dürfte noch zunehmen. Die Landwirtschaft mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel ist davon klarerweise ganz besonders stark betroffen, da 80% des Ertrages vom Wetter abhängen.


Katastrophales Schadensausmaß
Heuer hat es von Mai bis Mitte August im Schnitt an jedem vierten Tag gehagelt. Vor allem der Hagelzug vom 23. Juli, der von Vorarlberg über Salzburg und Oberösterreich bis nach Wien und ins östlichste Niederösterreich zog, hinterließ eine regelrechte Spur der Verwüstung. In nur wenigen Stunden entstand allein in der Landwirtschaft ein Gesamtschaden von über 20 Mio. €. Die Körner erreichten mancherorts sogar die Größe von Tennisbällen und verursachten katastrophale Schäden bei landwirtschaftlichen Kulturen und Glashäusern. 60.000 ha landwirtschaftliche Flächen wurden mit einem Schlag zerstört. Großflächig wurden Mais- und Getreideflächen arg in Mitleidenschaft gezogen, 175 Glashäuser wurden beschädigt und die Wiener Weinernte zum Teil vernichtet - so die erschreckende Bilanz des 23. Juli. In der Unternehmensgeschichte der Österreichischen Hagelversicherung gab es laut Weinberger noch nie ein Einzelhagelereignis mit einem derartig katastrophalen Schadensausmaß. (aiz)


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Aktualisiert am: 27.08.2009 14:10
Ganze Landstriche wurden durch die Hagelunwetter der vergangenen Wochen verwüstet.
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