Naturgärten als erweiterter Lebensraum

Die Idee, Gärten natürlichen Lebensräumen nachzuempfinden, ist so alt wie die Gartengeschichte. Neu ist der Gedanke, Gärten als Wohnraum zu nutzen. Was ist der Garten? Was suchen wir darin? Ist der Garten unser wildes Stück Natur, ist er Ausdruck von Kultur?
Ein Garten sollte auf seinen Besitzer abgestimmt sein.
Ein Garten sollte auf seinen Besitzer abgestimmt sein.
Der Garten inspiriert und hilft uns, eine Verbindung zu unserem Inneren und zu den natürlichen Kreisläufen wieder herzustellen.

Natürliche Gärten
Ein Garten – egal wie groß oder wie klein, sollte ein kleines Paradies, abgestimmt auf die Bedürfnisse und das Empfinden seines Besitzers sein – am besten in Verbindung mit sorgfältig ausgewählten Pflanzen, deren Blüten und Strukturen das ganze Jahr über für Attraktionen und Dynamik im Garten sorgen. Eine wieder entdeckte und lohnende Ergänzung in der Gesamtgestaltung sind alte Pflanzensorten -insbesondere Obstbäume, Bereiche zum Naschen durch traditionelle Fruchtsorten oder frisches, eigenes Gemüse. Pflanzen für ländliche Gärten bewährten sich durch Jahrzehnte, ja Jahrhunderte als gesund, zuverlässig, langlebig, pflegeleicht, oft außerdem reich blühend, ohne dass man sich viel um sie kümmern muss. Einjährige Arten können ohne große Mühe im Frühjahr gesät werden und blühen den ganzen Sommer über bis zum Herbst. Den Rahmen geben bestimmte Gehölze wie Buchs, Eibe, Hainbuche als Hecke, niedriger Buchs auch als Kante. Dazu kommen etliche Blütengehölze: Rosen, Schneeball, Flieder, Pfeifenstrauch, Hortensien, ferner Holunder, Haselnuss, Obstbäume.

Kraftquelle seit Jahrhunderten
Der Beginn der Gartengeschichte liegt mehr als 5000 Jahre zurück. Da Gärten selber vergänglich sind und einem ständigen Wandel unterliegen, müssen Historiker auf Darstellungen und Aufzeichnungen zurückgreifen, Papyrus, geknüpfte Teppiche, Gedichte oder Keilschriften der Sumerer dienen als Quellen.

Ein Garten schenkt Freude
Einen Nutzgarten, d.h. einen Bereich mit Gemüse und Obst, verbinden viele von uns mit Arbeit, die wir uns gern fernhalten wollen. Doch auch ein Karottenbeet, ein paar Radieschen oder Erdbeeren erfüllen eine wichtige Aufgabe. Sie lassen uns die Erde spüren, bringen uns ein Stück zurück zur Natur und ihren ganz ursprünglichen Vorgängen, schenken uns Freude, lassen uns Beobachten. Wenn alles funktioniert, können wir die Früchte unserer eigenen Arbeit ernten und alle Sinnesfreuden des kleinen Gartenparadieses genießen. Ganz nebenbei können Salat und Co. selbstverständlich als Gestaltungselemente im Garten eingebunden werden und dem grünen Paradies somit einen unbezahlbaren Nutzen verleihen.

DI Sandra Hinzer, Gartenplanung MR Oberösterreich

Aktualisiert am: 13.06.2012 14:00

Landwirt.com Händler Landwirt.com User