Nachruf auf Fritz Güttler

Kurz vor seinem 92. Geburtstag verstarb Ende Jänner 2016 Fritz Güttler, der Erfinder der Güttler-Walze. Der Agraringenieur und Kaufmann verbrachte sein gesamtes Berufsleben in der Landtechnik und hinterlässt bleibende Spuren.
 Fritz Güttler, Erfinder der Güttler-Prismenwalze, ist Ende Januar 2016 verstorben.
Fritz Güttler, Erfinder der Güttler-Prismenwalze, ist Ende Januar 2016 verstorben.
Mit Fritz Güttler ist Ende Jänner 2016 eine bedeutende Persönlichkeit und ein Pionier auf dem Gebiet der Landtechnik verstorben. Der Erfinder der Güttler-Walzen zählt zu den Vorreitern der Rückfestigung und war stets um neue Entwicklungen und Innovationen bemüht.

Als Verkaufsleiter der Maschinenfabrik Rau verfasste er Ende der 1950er Jahre die These: „Den Boden ganz flach, nur auf Saattiefe bearbeiten, um die Saat auf einen wasserführenden Saathorizont abzulegen“. Auch an der technischen Umsetzung war er maßgeblich beteiligt.

1972 machte er sich mit der Idee, die flache Saatbettbereitung weiter zu perfektionieren, selbständig. Mit der Gareg und später dem Garomat entwickelte er moderne Geräte, die Kombinationen mit Drillmaschinen ermöglichten. Die Fertigung erfolgte außer Haus bei einem Partner. Diese Zusammenarbeit besteht nach wie vor, seit mehr als 40 Jahren.1973 übernahm die Maschinenfabrik Schmotzer die Geräte in Lizenz.

Erfindung der Güttler-Walze
Mitte der 70er Jahre setzte ein massiver Strukturwandel in der Landwirtschaft ein. Im Zuge dessen wurden die Traktoren immer schwerer. Diese Entwicklung veranlasste Fritz Güttler zu der Überzeugung, man käme nicht mehr umhin, tiefer zu arbeiten, um die Traktorspuren einzuebnen. Anschließend müsse man dann rückfestigen. Damit zählt er zu den Pionieren der Rückfestigung. Es entstand die erste Güttler-Walze, die 1978 patentiert wurde.

1981 wird die heutige Güttler GmbH gegründet und der Vertrieb wieder selbst in die Hand genommen. Im Laufe der Jahre entwickelte Fritz Güttler die heute geläufigen Varianten und Baureihen der Güttler-Walzen. Seine unkonventionelle Denkweise belegt auch die Entwicklung einer leichten Walzen-Variante aus Kunststoff im Jahr 1995. Leichtem „Plastik“ würde man auf den ersten Blick nicht zutrauen, mit den rauen Verhältnissen in der Bodenbearbeitung zurechtzukommen. Doch auch dieses Projekt wurde ein Erfolg. Als Nachläufer für Kreiseleggen ist diese leichte Baureihe heute aktueller denn je.

Aktualisiert am: 17.02.2016 15:11