Mykotoxinwerte der Maisernte 2012

Körnermais für Futterzwecke sollte möglichst frei von Mykotoxinen sein. Neben der Sorte spielen hier vor allem die Witterung sowie die zeitige Ernte einen wesentliche Rolle. Mag. DI Harald Schally von der LK Niederösterreich analysiert die Mykotoxinergebnisse der niederösterreichischen Maisernte 2012.
Körnermais der Ernte 2012 hatte in Niederösterreich geringe Mykotoxinwerte.
Körnermais der Ernte 2012 hatte in Niederösterreich geringe Mykotoxinwerte.
Die warme und trockene Witterung führte im vergangenen Jahr - wie auch 2011 - zu außergewöhnlich niedrigen Kornfeuchten bei Mais. Aus diesem Grund startete der Druschbeginn in Niederösterreich so zeitig wie noch nie. Bereits in der ersten Septemberwoche wurde seitens der Stärkeindustrie mit der Kampagne begonnen. Das hohe Preisniveau von Nassmais motivierte zusätzlich die Ernte vorzuverlegen.

Niedrige Mykotoxinwerte
Die Mykotoxinergebnisse 2012 waren sehr erfreulich. Der Median (mittlere Wert) aller von der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer untersuchten Proben weist - bei einem zulässigen Höchstwert von 1.750 µg/kg DON (Deoxynivalenol) - einen Wert von 351 µg/kg auf. Der Wert liegt geringfügig höher als im Jahr 2011. Zearalenon (ZEA) – das hormonell wirkende Mykotoxin – war heuer fast nicht nachweisbar; die Werte liegen unter der Nachweisgrenze.

Aflatoxine – niederösterreichischer Mais absolut unbedenklich
Aflatoxine (Aflatoxin B1, B2, G1 und G2) gehören zu den schädlichsten Mykotoxinen. Aus diesem Grund hat die EU entsprechende Grenzwerte im Rahmen einer Verordnung festgesetzt. In Europa sind Aflatoxine eher als "importierte" Toxine (aus subtropischen und tropischen Gebieten) bekannt, da der Pilz hohe Temperaturen von 25 bis 40°C benötigt. Sie können in Nüssen, Gewürzen und Trockenfrüchten aber auch in Mais vorkommen. Diese werden nicht von Fusarium-Arten (wie bei DON, ZEA,..) sondern von bestimmten Aspergillus-Arten gebildet. Der Pilz ist in der Natur weit verbreitet. Aflatoxine können sowohl am Feld - und somit direkt am Korn - bzw. auch unter schlechten Lagerungsbedingungen gebildet werden.
Im Erntejahr 2012 wurde von erhöhten Aflatoxinwerten bei importierten Maispartien (aus Süd- und Südostosteuropa) berichtet. Aus diesem Grund wurden heuer erstmals seitens der NÖ.LK bei einigen Körnermaisproben Aflatoxine mitanalysiert. Bei allen untersuchten Körnermaisproben aus Niederösterreich waren keine Aflatoxine nachweisbar.

Vorsicht bei gelagertem Nassmais
Problematisch zeigten sich wieder Nassmaispartien, welche unter feucht-warmen Bedingungen gelagert wurden. Die Auswirkungen wurden im Rahmen einer Versuchsreihe simuliert.
Zum Zeitpunkt der Ernte konnten bei einer etwa 28 % feuchten Hartmaispartie praktisch keine DON-Werte nachgewiesen werden. Wurde die Partie bei rund 18°C einige Tage gelagert, stiegen die DON-Werte auf rund 3.200 µg/kg an. Betrug die Umgebungstemperatur jedoch nur etwa 5°C, so erhöhten sich die Werte auf 428 µg/kg. Somit bestätigt sich wieder einmal, dass nasser Mais zügig verarbeitet werden muss. Mit Abnahme der Feuchtigkeit ist die Erhöhung des Mykotoxingehaltes natürlich geringer - aber dennoch vorhanden.

Aktualisiert am: 31.12.2012 09:46
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