Mykotoxine als Leistungsminderer

Mykotoxine verursachen in Österreich jährlich große wirtschaftliche Verluste in der Schweinehaltung. Da sie weder sichtbar noch mit dem Geruchssinn erkennbar sind und sehr unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen, werden Mykotoxine oft als Auslöser von Krankheiten oder Leistungseinbußen nicht erkannt.



Hautreizungen durch Trichothecene
Hautreizungen durch Trichothecene
Neben ackerbaulichen Maßnahmen, wie Pflugeinsatz, Fruchtfolge, Sortenwahl oder Erntezeitpunkt kann durch eine Reinigung des Getreides der Gehalt an Mykotoxinen verringert werden. Eine Säurebehandlung des Getreides kann eine weitere Mykotoxinbildung am Lager durch Unterdrückung der Schimmelpilze verhindern. Bereits gebildete Mykotoxine, wie DON und ZON, können jedoch durch eine Säurebehandlung nicht mehr unschädlich gemacht werden. Mit Mykotoxin belastetes Getreide sollte wenn möglich immer mit unbelastetem Futter verschnitten oder an weniger empfindliche Tiere verfüttert werden. Die Empfindlichkeit einzelner Nutztiergruppen nimmt in folgender Reihenfolge ab: Zuchtsauen und Ferkel –> Mastschweine –> Geflügel –> Rinder. Die Einmischung von so genannten „Bindern“ in das Futter ist nur bei einem kleinen Teil der Mykotoxine zufriedenstellend. Die in unserer Schweinehaltung relevanten Mykotoxine können auf diesem Wege nur zum geringen Teil (ZON) bzw. gar nicht (DON) gebunden werden. Diese können aber auf einem anderen Weg unschädlich gemacht werden, indem sie durch Futterzusätze (Mycofix®) in ungiftige Substanzen umgebaut werden.

Die beiden Fusarientoxine DON und ZON verursachen in der Schweinehaltung den meisten Schaden. ZON verursacht in erster Linie Fruchtbarkeitsstörungen, während DON das Immunsystem schwächt. Eine Probennahme an mindestens zehn Stellen einer Futtercharge ist Voraussetzung für ein aussagekräftiges Ergebnis einer Futteruntersuchung auf Mykotoxine. Belastetes Futter soll entweder verschnitten oder an weniger empfindliche Tiere verfüttert und mit einem geeigneten Futterzusatz versehen werden.

Autor: Dipl. Ing. Alois Ch. Gimplinger, BIOMIN GesmbH


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Aktualisiert am: 13.06.2005 15:36

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