Mykotoxine: Wie reagieren Schweine auf Pilzgifte?

Unter den landwirtschaftlichen Nutztieren reagieren Schweine und Geflügel am anfälligsten, wenn Mykotoxine im Futter enthalten sind - Leistungsdepressionen und Vergiftungen durch Schimmelpilzgifte werden oft nicht erkannt.
Je nach Art, Dosis und Verabreichungsdauer der Mykotoxine, variieren die Krankheitserscheinung erheblich. Zuchttiere und Ferkel reagieren meist empfindlicher als Mastschweine.

Krankheitsbilder durch Fusarien - Pilzegifte

Gefährlich sind die östrogenähnlichen Zearalenone, da sie für verschiedenste Formen der Fruchtbarkeitsstörungen verantwortlich sind. Fusarienstämme, die Zearalenone bilden, sind recht verbreitet. Sie kommen in Mais, Weizen, Hafer, Gerste und auch im Stroh vor. Betroffen sind auch Maissilagen und CCM, da der Abbau dieser Gifte durch den Gärprozeß unzureichend ist.

In der Praxis beobachtet man insbesondere bei jüngeren Tieren eine gruppenweise Scheinrausche mit geschwollener und geröteter Scham ohne Duldungsreflex.

Scheinträchtigkeit bei Jungsauen

Neben diesen dramatischen Erscheinungen treten auch verdeckte Effekte auf. Jungsauen entwickeln schon bei sehr niedrigen Giftkonzentrationen im Futter eine Scheinträchtigkeit. Am Eierstock bilden sich zunächst zahlreiche Follikel ( Eibläschen ), die entweder platzen und dann einen dauerhaften Gelbkörper bilden oder absterben und sich in Eierstockszysten umwandeln. Beide Vorgänge haben eine Zyklusblockade zur Folge. Da dauerhafte Gelbkörper und Zysten nur bei der Schlachtung nachzuweisen sind, lohnt sich eine Untersuchung am Schlachthof.

Sauen reagieren beim Eisprung besonders empfindlich auf Pilzgifte

Schon bei niedriger Toxinbelastung treten kleine Würfe auf, da die Sauen vor allem um die Zeit des Eisprunges besonders giftempfindlich sind. Verferkeln und mumifizierte Ferkel können auftreten. Oft bringen zearalenonbelastete Sauen weibliche Ferkel zur Welt, die alsbald nach der Geburt mit geröteten Schamlippen (siehe Bild rechts oben) sowie angebildeten Spänen auffallen. Auffällig ist, dass auch männliche Ferkel angebildete Späne aufweisen. Diese Beobachtung kann die Diagnose erleichtern.

Ferkel nehmen Zearaleone über die Sauenmilch auf

Zearalenone werden auch mit der Sauenmilch ausgeschieden. Es ist bisher nicht eindeutig geklärt, ob eine Übertragung auf die ungeborenen Ferkel im Mutterleib möglich ist. Zusammen mit den vorgenannten Erscheinungen treten erfahrungsgemäß Spreizferkel auf. In Versuchen genügte sogar der Kontakt zum Harn belasteter Schweine, um bei den Ferkeln die beschriebenen Veränderungen hervorzurufen. Darum muß den Ferkeln ein Zugang zu möglichen Zearalenonquellen wie Sauenfutter, Beifutter, Harn anderer Tiere und Einstreu unmöglich gemacht werden.

Den gesamten Bericht über die Auswirkungen von Mykotoxine von Dr. Stein können Sie unter folgendem Link bzw. im Downloadcenter herunterladen: Mykotoxine: Wie reagieren Schweine auf Pilzgifte?


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Aktualisiert am: 21.02.2009 14:43
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