Mutterkuhfachtag in Oberösterreich

Mutterkuhhalter aus ganz Oberösterreich nutzten am 12. und 13. Jänner 2012 die Landestage der Mutterkuhhaltung in Sattledt und Freistadt zur Weiterbildung.
Oberösterreich ist ein mutterkuhstarkes Land. Am Landestag der Mutterkuhhaltung konnten über 170 Teilnehmer begrüßt werden.
Oberösterreich ist ein mutterkuhstarkes Land. Am Landestag der Mutterkuhhaltung konnten über 170 Teilnehmer begrüßt werden.
„Der typische Mutterkuhbetrieb erzeugt bestes Qualitätsrindfleisch oft im Nebenerwerb. Dabei steht die Rindfleischproduktion in einem dynamischen europäischen Spannungsfeld“ betonte Vizepräsident Karl Grabmayr und wies weiter darauf hin, „dass der Erhalt und die gesetzliche Absicherung des Einheitswert- und Pauschalierungssystems gerade für die Futterbaubetriebe von zentraler Bedeutung ist, denn dieses System leistet einen zentralen Beitrag zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit unserer im EU-Vergleich kleinstrukturierten Landwirtschaft!“ Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen in der EU haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Durch die Mutterkuhhaltung soll es gelingen, bei niedrigen Kosten und effizientem Arbeitseinsatz Grünlandflächen offen zu halten und die Rindfleischproduktion in Zukunft sicher zustellen.

Meilibeef
„Gras und Heu statt Kraftfutter für eine nachhaltige Rindfleischproduktion“. So lautet das Motto des Schweizer Beraters und Bauers Eric Meili für sein System der Mutterkuhhaltung mit Fleisch-Direktvermarktung, das er im Rahmen der Mutterkuhtage vorstellte. Dies beginnt bereits bei der Wahl der Mutterkühe, welche Kreuzungen aus einer Rasse wie Fleckvieh oder Jersey mit guter Milchergiebigkeit mit einer Fleischrasse, meist Angus, sind. Damit will er die Vitalität, Fruchtbarkeit und gute Milchleistung der Kreuzungskühe nutzen. Diese F1-Kühe werden mit einem reinrassigen Limousin-Stier belegt, was bei den Jungrindern in der Mast entsprechende Fleischigkeit und gute Tageszunahmen bei bester Fleischqualität sicherstellt, obwohl am Betrieb kein Gramm Kraftfutter eingesetzt wird.
Trotz streng saisonaler Abkalbung im Spätherbst, möglichst noch auf der Weide, kann Meili neun Monate pro Jahr Fleisch in der Direktvermarktung anbieten.

Fruchtbarkeit

Auf die Zeitreise von Geburt zu Geburt begab sich Tierarzt Mag. Reinhold Reiter. „Um einen Absetzer aus der Mutterkuhhaltung verkaufen zu können, braucht es eine Geburt und dazu eine fruchtbare Kuh,“ betonte Reiter mehrmals, denn der Erlös in der Mutterkuhhaltung wird allein durch das vermarktungsfähige Kalb (Jungrind) bestimmt. Dazu braucht es eine gute Herdenfruchtbarkeit, hohe tägliche Zunahmen und hochwertige Schlachtkörperqualitäten, um gute Erlöse zu erzielen.

Markt

Den Rindfleischmarkt beleuchtete Ing. Rudolf Rogl von der Rinderbörse. Die Rindfleischpreise haben sich in den letzten Monaten auf einem sehr hohen Niveau stabilisiert. Der Preisanstieg hat sich in den letzten Monaten etwas gebremst. Es wird 2012 in der EU mit einem leichten Produktionsrückgang gerechnet. Das Preisniveau sollte damit stabil bleiben. Rogl präsentierte auch die Ergebnisse einer Studie über die möglichen Auswirkungen einer Umstellung der bisherigen „historischen“ Betriebsprämie auf ein Modell mit einheitlich hohen Prämien pro Hektar und entkoppelter Mutterkuhprämie. Die Studie zeigt, dass eine gekoppelte Mutterkuhprämie die Wirtschaftlichkeit signifikant verbessert. „Eine Qualitätsprämie für Mutterkuhbetriebe und Mastbetriebe ist treffsicherer und würde die gesamte Rinderwirtschaft unterstützen,“ untermauerte Rogl in seinem Vortrag.

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Aktualisiert am: 17.01.2012 10:00
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