Mutterkuhfachtag: Herdenmanagement

Unter dem Titel Herdenmanagement für ein gutes Steak organisierte die LK Niederösterreich ihren traditionellen ganztägigen Mutterkuhfachtag in der Landeskammer in St. Pölten. Fazit: Nur wer schreibt, der bleibt, auch und ganz besonders in der Mutterkuhhaltung.
Organisator Daniel Heindl von der LK Niederösterreich begrüßte beim Mutterkuhfachtag die Referenten Philipp Wenz aus Brandenburg (links) und Univ. Prof. Josef Troxler von der Vet. Med. Univ. Wien.(rechts)
Organisator Daniel Heindl von der LK Niederösterreich begrüßte beim Mutterkuhfachtag die Referenten Philipp Wenz aus Brandenburg (links) und Univ. Prof. Josef Troxler von der Vet. Med. Univ. Wien.(rechts)
Dem Team und DI Daniel Heindl und DI August Bittermann ist es wieder einmal gelungen, einen interessanten Mutterkuhfachtag für die Praktiker auf die Beine zu stellen. Rund 130 Teilnehmer, vorwiegend aus Niederösterreich lauschten gespannt den Referenten, die aus Nah und Fern nach St. Pölten kamen.

Über Mutterkuhhaltung nachdenken

Christoph Mairinger von der SVB in OÖ referierte zum Thema sichere Rinderhaltung unn dehnte das Thema auch auf Sicherheit in Stall und Tenne aus. Ihm folgte der erste Vortrag vom Brandenburger Betriebsberater Phillip Wenz zur Bedeutung des Managements in der Mutterkuhhaltung. Wenz wörtlich, die Mutterkuhhaltung ist zwar arbeitsextensiv im Vergleich zur Milchproduktion,aber intensiv bei der Tierbeobachtung, der Fütterung, in der Arbeit mit den Tieren und im Management. Nur wer seinen Betriebserfolg kennt und seine diesbezüglichen Ziele formuliert, wird wissen, mit welchem Management er weiterarbeiten soll. Es gilt das Motto, lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld zu arbeiten.(Zitat Rockefeller).

Nach einer Pause referierte Univ. Prof. Josef Troxler von der Veterinärmedizinischen Uni Wien zum Thema problemlose Geburt und Mutter-Kalb Beziehung.

Nach der Mittagspause sprach abermals der Deutsche Philipp Wenz zum Thema Stockmanship, einer Methode der stressfreien Arbeit mit Fleischrindern. Das aus Amerika stammende System erlaubt es mittels Training eine gute Herrschaft über die Tiere zu erlangen. Wenz verwies in dem Zusammenhang auf auf praktische Seminartermine, die er in Österreich abhalten wird:

Grundlagenseminare: 11. März in Scheiblingkirchen GH Reisenbauer, 15. März in Purgstall, GH Prinz und am 16. März in der LFS Edelhof. (ganztägig - bitte warme Kleidung und Schuhe mitbringen - Kostenbeitrag Euro 30,-)

Intensivseminar: 17. und 18. März Boa Farm in Wildendürnbach (Euro 80,- für zwei Tage)

Nach einem eher kurzen Referat über Management- und Fangeinrichtungen in der Mutterkuhhaltung bildeten die Kurzreferate von Reinhard Gastecker zum Thema Ergebnisse und Konsequenzen der Betriebszweigauswertung Mutterkuhhaltung und von Stefan Tröstl von der NÖ Genetik über Nutzen des Arbeitskreises für meinen Betrieb einen interessanten Abschluss dieses für Praktiker sehr interessanten Fachtages.

Zahlenmaterial ist sehr wichtig

Gastecker und Tröstl bestätigten anhand von Zahlen, wie wichtig es sei, am Betrieb Zahlen zur Verfügung zu haben. Verbesserungen im Betriebserfolg, zB Fruchtbarkeit (kürzere Zwischenkalbezeit, niedrigerer Besamungsindex, mehr abgesetzte Kälber pro Kuh und Jahr etc), weniger Käklberverluste, bessere Zunahmen und Erlöse, etc lassen sich nur entdecken, wenn man Jahre vergleichen kann und sich dabei auf betriebliche Fakten anhand von Zahlen stützen kann. Dabei bieten dem interessierten Mutterkuhhalter der LKV und die Arbeitskreise Hilfestellung. Um bis zu 200 oder 300 Euro jährlich verbesserte Deckungsbeiträge je Kuh seien durchaus mit nur wenigen Stunden Einsatz erreichbar, so die beiden Fachmänner.


Aktualisiert am: 29.01.2010 07:53
Landwirt.com Händler Landwirt.com User