Mutterkuh-Fachtag: Rund ums Mutterkuhkalb

Zu Jahresbeginn nutzten viele Mutterkuhhalter bei den Landestagen der LWK-Oberösterreich in Sattledt und Freistadt den Weiterbildungstag zum Informationsaustausch.
 Am Landestag der Mutterkuhhaltung konnten über 170 Teilnehmer begrüßt werden.
Am Landestag der Mutterkuhhaltung konnten über 170 Teilnehmer begrüßt werden.
Es gibt viele Gründe warum sich Betriebe für die Mutterkuhhaltung entscheiden jedoch die Ansprüche an die Betriebsleiter steigt ständig. „Der typisch österreichische Mutterkuhbetrieb erzeugt bestes Qualitätsrindfleisch oft im Nebenerwerb, jedoch steht die Rindfleischproduktion in einem dynamischen, europäischen Spannungsfeld“ dies betonten Präsident ÖR Hannes Herndl in Sattledt und Vizepräsident Ing. Franz Reisecker in. „Der Erhalt und die gesetzliche Absicherung des Einheitswert- und Pauschalierungssystems ist gerade für die Futterbaubetriebe von zentraler Bedeutung, denn dieses System leistet einen zentralen Beitrag zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit unserer im EU-Vergleich kleinstrukturierten Mutterkuhproduktion,“ erläuterte das Präsidium in seinen Ausführungen.

Vorbeuge bei Kälbern
Durchfallerkrankungen gehören bei Kälbern innerhalb der ersten vier Lebenswochen zu den
häufigsten und verlustreichsten Bestandesproblemen. Neben den Durchfallerregern (Viren,
Bakterien, Parasiten) sind vor allem Haltungsmängel und Managementfehler für die Erkrankung verantwortlich. „Durch die Verbesserung der Abwehrleistung des Kalbes (optimale Biestmilchverabreichung, Management der trockenstehenden Kühe) und die Verminderung des Infektionsdruckes im Stall (Hygiene, Absonderung und Behandlung kranker Tiere) kann die Erkrankungs- und Verlustrate wirkungsvoll gesenkt werden,“ war eine der zentralen Aussagen des berühmten Münchner Tierarzt Dr. Günter Rademacher. Hochwertige Biestmilch ist die Basis für einen erfolgreichen Start in der Kälberaufzucht. Neben einem höheren Gehalt an Energie, Mineralstoffen und Vitaminen zeichnet sich das Erstgemelk vor allem durch seinen hohen Gehalt an Abwehrstoffen aus. So besteht die wohl wichtigste Prophylaxemassnahme gegen Kälberdurchfall in der rechtzeitigen und ausreichenden Versorgung des Kalbes mit Biestmilch. Um den Kontakt mit Krankheitserregern bei der Geburt möglichst gering zu halten, ist eine gute Hygiene von zentraler Bedeutung.

Arbeitswirtschaft und Investitionen
„Bei der Umstellung von Milchvieh auf Mutterkühe werden oftmals viele gewohnte Arbeitsverfahren und –abläufe beibehalten. Dies führt dazu, dass sich die Arbeitszeit in der Mutterkuhhaltung im Vergleich zur Milchviehhaltung nicht wesentlich verringert,“ stellte Dr. Sabine Schrade aus Reckenholz in der Schweiz aus ihrer Studie fest. Durch konsequentes Umdenken, Hinterfragen und Vereinfachen von Arbeitsabläufen sowie mit angepassten Arbeitsverfahren kann auf Mutterkuhbetrieben noch Arbeitszeit eingespart werden. Viele Komponenten in der Futterration, ein großer Handarbeitsanteil und häufiges Nachschieben sind beispielsweise für einen erhöhten Arbeitszeitaufwand in der Fütterung verantwortlich. Bei einer Kombination von Vorratsfütterung und Futtertisch bleibt der Investitionsbedarf bei wenig Arbeitszeitersparnis hoch. Deutliche finanzielle Einsparungen ergeben sich mit einer offenen Bauweise mit Mehrgebäudestall, sowie durch den Verzicht auf den Futtertisch und konsequente Vorratsfütterung an Raufen oder am Flachsilo.

Vermarktung
Aus der Mutterkuhhaltung sind die Fleischrassenkreuzungen eindeutig als Topprodukte am Markt hervorgegangen. Nur mit guter Genetik und qualitätsorientierter Produktion lassen sich entsprechende Preise lukrieren. Sehr erfolgreich entwickelte sich in den letzten Jahren der Absatz im Bereich Biojungrind. Einsteller oder Absetzer aus der Mutterkuhhaltung sind am Markt sehr gefragt und werden mit guten Qualitätszuschlägen bezahlt.

Ing. Andreas Hager

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Aktualisiert am: 20.01.2010 10:02
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