Mutterkühe leistungsabhängig füttern

Obwohl Mutterkühe auf ihrem niedrigeren Leistungsniveau Futterschwankungen kurzfristig besser ausgleichen können als hochleistende Milchrinder, müssen sie auf lange Sicht bedarfsgerecht gefüttert werden. Nur dann stimmt die Herdengesundheit und bleiben Probleme bei der Fruchtbarkeit, beim Kalben und in der Kälberentwicklung aus.
Gute Futterqualitäten sorgen für eine hohe Grundfutteraufnahme, so dass nur wenig Kraftfutter nötig ist.
Gute Futterqualitäten sorgen für eine hohe Grundfutteraufnahme, so dass nur wenig Kraftfutter nötig ist.
Auch bei den Mutterkühen ist eine bedarfsgerechte Ernährung die Voraussetzung für eine optimale Fruchtbarkeit und Aufzuchtleistung. Da aber die Leistungsanforderungen vergleichsweise gering sind, sind die Bedarfsnormen leichter zu erfüllen und die Ansprüche an die Nährstoffkonzentration des Futters nicht so hoch. Der Nährstoffbedarf ist unter normalen Umständen mit Grundfutter zu decken. Der erfolgreiche Mutterkuhalter wird aber trotzdem versuchen, die Fütterung dem Leistungsstadium und der Körperkondition anzupassen.

Basis: homogene Herde
Dazu sind jedoch Herden mit gleichem Leistungsstadium erforderlich, d.h. eine bedarfsgerechte Fütterung setzt eine saisonale Kalbeperiode einer Herde voraus. Die Grundlage für einen komplikationslosen Geburtsverlauf und eine optimale Säugeleistung wird in der Trockenstehzeit gelegt. Je höher die Energieversorgung in dieser Phase, insbesondere bei langen Trockenstehzeiten, desto geringer die Futteraufnahme nach der Kalbung. Auch steigen bei übermäßiger Fütterung während der Trockenstehphase die Geburtsschwierigkeiten an und es häufen sich die Kälberverluste unmittelbar beim Kalben, aber auch in der Folgezeit. Die verhaltene Fütterung soll noch bis ca. 3 Wochen nach der Kalbung fortgesetzt werden. Erst dann können die Kälber ohne Durchfallgefahr größere Mengen Milch aufnehmen.

Die größten Fehler bei der Fütterung der Mutterkühe

  • Zu wenig frisches und sauberes Trinkwasser
  • Kühen wird zu wenig Zeit zum Fressen gegeben
  • Rascher Wechsel verschiedener Futterkomponenten
  • Kuh-Fressplatzverhältnis passt nicht
  • Trockenstehende und laktierende Kühe werden gleich versorgt


Autor: Karl SCHOLLER, Mutterkuhberater, Amt für Landwirtschaft und Forsten, Schwandorf


Aktualisiert am: 29.11.2007 15:40
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