Motormährer: 4 Typen im Vergleich

Das „Landwirt“-Testteam und die BLT Wieselburg haben vier „Motormäher“ – genaugenommen sind es Einachs-Geräteträger - in der Praxis und auf dem Prüfstand getestet. Was diese Universalgeräte im Stande sind zu leisten, wo sie Schwächen haben und wo der klassische Motormäher im Vorteil ist, erfahren Sie in unserer 3-teiligen Testserie über Motormäher.
Diese vier Einachs-Geräteträger nahm das Testteam genau unter die Lupe.
Diese vier Einachs-Geräteträger nahm das Testteam genau unter die Lupe.
Die von uns getesteten Einachs-Geräteträger AEBI CC56, Köppl BT14, Rapid Euro4 und der Reform M9 hatten eine Motorleistung von etwa 13 PS und waren mit einem hydrostatischen Antrieb ausgestattet. In diesem Teil 1 der Artikelserie gehen wir auf die Grundgeräte und das Bergmähen mit diesen Mähertypen ein. Im 2. Teil berichten wir über unsere Erfahrungen mit Schlegelmulchern und den Bandrechwendern. Parallel dazu haben wir ein Fabrikat aus dieser Testreihe mit einem klassischen Hydro-Motormäher für das Berggebiet verglichen. Diese Messergebnisse und praktischen Einsatzerfahrungen berichten wir in Teil 3 dieser Testserie.

Gewicht und Masseschwerpunkt
Diese Werte wurden von den Prüfingenieuren der BLT Wieselburg ermittelt. Die Geräteträger waren bei dieser Prüfung mit Mähbalken und Zwillingsbereifung ausgestattet, so wie sie großteils auch in der Praxis beim Bergmähen zum Einsatz kamen. Das Einsatzgewicht unserer Testkandidaten differierte um 32 kg. Der leichteste war der Köppl-Mäher mit 302 kg, der schwerste der Rapid mit 334 kg. Viel größer sind die Unterschiede bei der Lage des Masseschwerpunktes. Dieser bestimmt den Kippwinkel des Motormähers beim Bergaufmähen. Es ist jene Steilheit, wo der Motormäher ausbalanciert ist. Der Auflagedruck am Balken ist gleich null. Wird es noch steiler, steigt er vorne hoch, und der Fahrer muss das Gewicht mit seinen Händen am Lenkholm auffangen bzw. mit seinem Körper abstützen. Diese Kraft spürt der Fahrer nicht nur beim Bergauffahren, sondern auch bei jedem Wendemanöver in Schichtlinienfahrt wenn er in die Falllinie kommt. Die beste Lage des Masseschwerpunktes für das Bergaufmähen hat der Mäher von Köppl und wird somit seinem Namen Berg-Talent gerecht. Beim Mäher von Reform stellt sich die Frage ob der Name Bergfex zutreffend ist. Er kommt schon bei einer Steigung von 35 % vorne hoch.
Jede Medaille hat allerdings zwei Seiten. Gewicht auf dem Balken verbessert die Führung beim Mähen und das Handling im Steilhang. Wer viele Leerfahrten mit ausgehobenem Balken zu bewältigen hat sollte sich bei der Auswahl einer Maschine auch die Aushubkraft genauer anschauen. Diese ist beim Reform Bergfex mit 390 Nm am niedrigsten und bei den Mähern von Köppl und Rapid mit 520 Nm am höchsten.
Um das Handling dieser Maschinen unter den verschiedenen Anforderungen zu verbessern bieten alle Hersteller Ballastgewichte für den Balken an. Manche haben auch Heckgewichte im Programm, die vor allem bei den schwereren Eingrasmähvorrichtungen von Vorteil sind.

Durst und Leistung
Der Spritverbrauch und die Flächenleistung wurden von der BLT Wieselburg unter Praxisbedingungen gemessen. Für die Beurteilung des Treibstoffverbrauches wurde ein eigener Messtank montiert und die Kraftstofftemperatur gemessen. Mit einem PC-Programm wurden Mähzeit, Wendezeit und Verteilzeiten (sonstige Zeiten) ermittelt. Für die Ermittlung der Flächenleistung wurde auch die geerntete Trockenmasse für jede Versuchsparzelle bestimmt. Die Versuchsparzelle hatte eine Hangneigung von etwa 35 %. Geerntet wurden im Durchschnitt 12 t Frischmasse bzw. 3,6 t Trockenmasse. Jeder Hersteller hat seinen Mähbalken vor diesem Versuch gecheckt und mit einem neuen Mähmesser ausgestattet.
Der Unterschied in der Flächenleistung ist relativ gering. Beim Mähversuch mit dem Berg-Talent von Köppl ist es auf Grund eines Problems mit der Fahrgeschwindigkeitsregelung zu mehreren Schoppern gekommen. Das macht sich natürlich in den gemessenen Werten bemerkbar. Mit dem Köppl-Mäher erreichten wir die niedrigste Flächenleistung, mit den Mähern von AEBI und Reform die höchste. Beim Spritverbrauch brillierte der Motor von AEBI. Der Rapid Euro4 braucht hingegen pro Hektar um einen Liter mehr.

Fazit
Das Um und Auf beim extremen Bergmähen ist die Sicherheit. Um ein Abrollen des Mähers in kritischen Situationen zu verhindern, sind ein 100%iger Kraftschluss des Hydrostaten und eine sicher wirkende Feststellbremse notwendig. Nicht alle Testkandidaten erfüllten diese Anforderung. Die Bergtauglichkeit und das Handling dieser Maschinen im Steilhang hängen in hohem Maße vom Gesamtgewicht und von der Lage des Masseschwerpunktes ab. Die Bodenhaftung und Standfestigkeit hängt sehr stark von der Wahl der Bereifung, von der Auflagefläche und von der Spurweite ab.

Autoren: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau und Ing. Josef WIPPL, FJ-BLT Wieselburg


Aktualisiert am: 02.04.2009 17:04

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