Mondholz – Scharlatanerie oder Wirklichkeit?

Mondphasen geschlägertes Holz. Die einen schwören darauf. Für andere ist es nur ein Marketinggag. Eine Chance zur Erzielung besserer Holzpreise ist es derzeit allemal, meint der Autor dieses Beitrags DI Hans Flasch aus Zöbern!
Martin Prenner bekommt für mondphasengeschlägertes Holz einen Mehrpreis bezahlt.
Martin Prenner bekommt für mondphasengeschlägertes Holz einen Mehrpreis bezahlt.
Samstag, 27.10.2007, gleich nachdem es licht wird: Im Wald des Martin Prenner, vulgo Schandlbauer, in Schäffern (Stmk.) treffen sich der Bauer und sein jüngerer Bruder ausgerüstet mit allem, was man zum Holzfällen braucht. Sie schlägern heute ausschließlich Lärchenholz, das Sepp Prenner in seinem Haus in die Fußböden und die Fassade verbauen wird. Lediglich diesen einen Tag haben sie dafür Zeit. Der Termin und der Zeitdruck kommen nicht von ungefähr: Der Häuselbauer richtet sich, vor allem was das Holz betrifft, nämlich nach dem, was ihm der Mondkalender sagt.

Glaubensfrage
„Ich habe mich im Zuge der Planungen für unser Einfamilienhaus sehr intensiv mit der Baubiologie beschäftigt und bin dabei auch auf das Mondholz gestoßen. Trotz der Zweifel an den tatsächlichen Auswirkungen der Mondphasen auf die Holzqualität, über die ich auch gelesen habe, habe ich mich entschlossen, mich strikt nach den Regeln des Mondkalenders zu halten. Es ist auch eine Glaubensfrage!“. Das andere, für das generell nach allen Regeln der alternativen Baubiologie gebaute Einfamilienhaus, noch benötigte Holz (Kiefer für die Tramdecke und als Konstruktionsholz) schlägern die Gebrüder Prenner am Montag, den 19. und am Dienstag, den 20. November, sowie am Montag, den 17. Dezember 2007. Es sind dies Tage mit zunehmendem Mond im Zeichen des Fisches. Diese Termine wären für die geforderten Holzeigenschaften besonders günstig.

Höhere Darrdichte
In mehreren Versuchsreihen an der ETH Zürich etwa wies der international renommierte Holzforscher Ernst Zürcher bereits in den Jahren 2003 und 2004 einen signifikanten Zusammenhang zwischen Fällzeitpunkt und Darrdichte nach. Splintholz bei „ungünstigem“ Fällen (bei aufsteigendem und zunehmendem Mond) wies eine Darrdichte von 0,46 g/cm3 auf, während bei „günstigem“ Fällen (gegen Neumond) eine Darrdichte von 0,51 g/cm3 festgestellt wurde. Die Darrdichte wiederum bestimmt die meisten der technologischen Holzeigenschaften. Weitere positive Eigenschaften von Mondholz wären die bessere Haltbarkeit, eine höhere Druckfestigkeit oder daher letztlich ein Preisvorteil in der Vermarktung.

Mehr über die Gedanken und Ansätze des Waldbauern Prenner zum Mondholz lesen sie in diesem Beitrag in Der fortschrittliche Landwirt, Ausgabe 1 vom 1. Jänner 2011.

weiterer Forstbeitrag in diesem Heft: Bodenschutz von DI Nikolaus Nemestothy, Leiter Forsttechnik an der FAST Ort.


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Aktualisiert am: 20.12.2010 10:28
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