Molkereiverband schließt 2011 weitere Fusionen in Österreich nicht aus

Nachdem im vergangenen Jahr Österreichs größte Molkereigenossenschaft Berglandmilch und die Tirol Milch fusioniert haben und auch die Alpenmilch Salzburg mit Käsehof verschmolzen ist, sind für 2011 weitere Molkereifusionen nicht auszuschließen. Davon geht zumindest die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) aus.
Weitere Fusionen, wie die zwischen der Bergland und der Tirol Milch, sind auch 2011 nicht auszuschließen.
Weitere Fusionen, wie die zwischen der Bergland und der Tirol Milch, sind auch 2011 nicht auszuschließen.
Wie die VÖM vergangene Woche mitteilte, ist ein Zusammengehen von Berglandmilch und der Kleinmolkerei Stainzer Milch in der südlichen Steiermark bereits beschlossene Sache. Auf die Berglandmilch würde dann mehr als die Hälfte des gesamten Milchaufkommens im Land entfallen, womit der führende Verarbeiter aber trotzdem noch nicht einmal auf die Menge kommt, die das deutsche Unternehmen Müller Milch in seinem Werk in Leppersdorf verarbeitet.

NÖM unter Zugzwang
Das stetige Wachstum der Berglandmilch bringt laut Branchenkennern vor allem die Nummer zwei im Land, die Niederösterreichische Molkerei AG (NÖM) in Baden, zunehmend unter Zugzwang. Gespräche über mögliche Kooperationen mit der Obersteirischen Molkerei in Knittelfeld oder der Kärntner Milch in Spittal würden laufend geführt, hieß es erst vor wenigen Tagen. Bereits geplant ist der gemeinsame Bau eines Milchwerkes in St. Michael. Die NÖM sucht vor allem einen starken Partner im Käsebereich. Der aktuell hohe Milchpreis, der im landesweiten Durchschnitt bei rund 39 Cent/kg liegt, erschwert jedoch selbst für das börsennotierte Molkereiunternehmen eine Übernahme von Mitbewerbern. Die Obersteirische Molkerei zahlt eigenen Angaben aktuell den höchsten Milchpreis in Österreich, und die Kärntner Milch liegt knapp darunter. Der Direktor der Kärntner Milch, Helmut Petschar, stellte klar, dass seine Molkereigenossenschaft den Erhalt der Eigenständigkeit als klares Ziel sehe.

Hohe Verluste an ausländische Verarbeiter
Verloren haben Österreichs Molkereien indes 70 Mio kg Milch an ausländische Verarbeiter. Die „Freie Milch Austria“ fand allein in den vergangenen Monaten wieder einige Dutzend Lieferanten mit bis zu 25 Mio kg Milch, die ihren Molkereien den Rücken zugewandt haben und ihre Rohmilch über die IG Milch-Tochterfirma vorrangig an Verarbeiter in Deutschland verkaufen. (AgE)

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Aktualisiert am: 26.04.2011 21:11
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