Molkereiriese Fonterra lässt die Muskeln spielen

Mit deutlichen Worten hat der Aufsichtsratschef der neuseeländischen Molkerei Fonterra, Henry van der Heyden, die Politik an die Bedeutung der Milchindustrie und damit vor allem des eigenen Unternehmens für den Inselstaat erinnert.
Der neuseeländische Molkereigigant Fonterra will die heimische Milchproduktion auf keinen Fall aus der Hand geben.
Der neuseeländische Molkereigigant Fonterra will die heimische Milchproduktion auf keinen Fall aus der Hand geben.
Auf der jährlichen Generalversammlung der Genossenschaft warnte van der Heyden, man dürfe die Kontrolle über die Milchproduktion nicht aus der Hand geben. Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln werde Neuseeland zunehmend als Produktionsstandort gesehen. Ausländisches Kapital ströme ins Land. Das dürfe aber nicht dazu führen, die Kontrolle oder das Eigentum an den landwirtschaftlichen Unternehmen und Ressourcen zu verlieren.

China zeigt Interesse an neuseeländischen Betrieben
Seit dem Abschluss eines Freihandelsabkommen zwischen China und Neuseeland zeigen Investoren aus der Volksrepublik großes Interesse an der Übernahme von Milchviehbetrieben im Land mit der weltweit wettbewerbsfähigsten Milcherzeugung. Van der Heyden mahnte, die Wertschöpfung im Inland zu halten.

Verpflichtungen kosten Millionen
Den politischen Druck erhöhte Fonterra auch mit einer Studie über die Kosten der Rohmilcherfassung. Die Genossenschaft, die etwa 90% der neuseeländischen Milchproduktion sammelt, ist gesetzlich verpflichtet, jährlich bis zu 600 Mio. Liter an konkurrierende Unternehmen abzugeben. Die von Fonterra in Auftrag gegebene Untersuchung kam zu dem Ergebnis, diese Verpflichtung koste das Unternehmen und die neuseeländische Volkswirtschaft jährlich umgerechnet bis zu 256 Mio. Euro. Die Genossenschaft beklagt, mit der Rohmilch zunehmend Konkurrenten beliefern zu müssen, die in ausländischer Hand seien und daraus Milchpulver für den Export herstellten. Die Regierung prüft zurzeit eine Lockerung des Gesetzes. (AIZ)

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Aktualisiert am: 21.11.2010 18:35
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