Molkereien in Österreich: Stabiler Umsatz und geringes Ergebnis

Die Umsätze der österreichischen Molkereien und Käsereien sind im Jahr 2012 mit zirka 2,2 Mrd. Euro gleich geblieben. Dies resultierte aus höheren Mengen und niedrigeren Abgabepreisen bei Milchprodukten.
VÖM- Präsident Helmut Petschar:„Preisanhebungen für Milchprodukte wurden in Österreich noch nicht umgesetzt, obwohl sie berechtigt und notwendig sind.“
VÖM- Präsident Helmut Petschar:„Preisanhebungen für Milchprodukte wurden in Österreich noch nicht umgesetzt, obwohl sie berechtigt und notwendig sind.“
Das bereinigte EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) der österreichischen Molkereien lag 2012 im Durchschnitt nur bei 0,6% der Betriebsleistung. "Die Ursachen dafür sind der harte Wettbewerb am heimischen Milchmarkt und die hohe Handelskonzentration. Zu schaffen machten uns dabei die Preisreduzierungen im Sommer des vergangenen Jahres im inländischen Handel, und zwar zu einer Zeit, als international bereits eine gegenteilige Preisentwicklungen feststellbar war und die Absenkung von den Handelsketten dennoch durchgesetzt werden konnte. " Dies berichtete heute Helmut Petschar, Geschäftsführer der Kärntnermilch und Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in Wien.

Erzeugerpreise um 4,2% geringer
Der durchschnittliche Verwertungserlös je kg verarbeiteter Milch ist im abgelaufenen Jahr von 72,36 Cent auf 70,32 Cent zurückgegangen (-2,8%). "Dies zeigt, dass in den österreichischen Molkereien äußert knapp kalkuliert wird ", betonte Petschar. Die Erzeugerpreise sind 2012 im Schnitt um 4,2% von 39,62 auf 37,96 Cent gefallen (Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen, ab Hof, inklusive MwSt). 2012 war auf dem österreichischen Markt eine leicht rückläufige Entwicklung beim Absatz feststellbar: Wertmäßig fiel er um 0,7%, mengenmäßig um 2,3%, wobei ein Minus insbesondere in der bunten Palette registriert wurde, während man bei Käse ein Absatzplus verzeichnete.

Preisanpassungen notwendig
Bezüglich der Milchpreise gab es laut Petschar in den ersten Monaten des Jahres 2013 vom internationalen Markt durchaus positive Signale: "Einerseits werden aufgrund der Witterung und höherer Futterkosten sowohl in der EU als auch weltweit Produktionsrückgänge verzeichnet, auf der anderen Seite entwickelt sich die internationale Nachfrage, vor allem in Drittmärkten, positiv. Die Interventionslager der EU sind leer, dies führt zu einer deutlichen Belebung der Märkte. In mehreren Ländern, insbesondere in Deutschland, gab es bereits Preisanhebungen. In Österreich wurden sie noch nicht umgesetzt, obwohl sie berechtigt und notwendig sind ", berichtete der VÖM-Präsident. Er erinnerte daran, dass im vergangenen Sommer im heimischen Handel die Preise für eine Reihe von Molkereiprodukten spürbar gesenkt wurden, wengleich international bereits gegenteilige Marktentwicklungen feststellbar waren. Jetzt gehe es darum, diese Absenkungen zurückzunehmen. Als Maßstab dafür könne die BRD dienen, wo der Handel im vergangenen Monat die Preise für Trinkmilch, Käse und Butter im Schnitt um 9% angehoben habe. AIZ

Aktualisiert am: 22.05.2013 23:09
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