Moderne Sauen brauchen neue Fütterungsstrategien

Moderne Zuchtsauen sind weitaus fruchtbarer als ihre Artgenossinnen noch vor zehn Jahren. „1999 lag das durchschnittliche Wurfgewicht bei 12 kg, die sich auf zehn Ferkel à 1,2 kg verteilten. Heute erreichen wir mit 14 Ferkeln à 1,3 kg ein Wurfgewicht von 18,2 kg.
Damit hat sich das Wurfgewicht um mehr als 50 % erhöht“, sagt Prof. Dr. Gerhard Schwarting, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen. Diese sehr fruchtbaren Sauen verlangen nach einem hochwertigen Futter mit 12,2 bis 12,5 % MJ ME, 125 bis 150 g Rohprotein, 7,0 bis 7,5 g Lysin sowie mindestens 6,5 bis 7 oder 8 % Rohfaser, wie der Experte auf dem kürzlich zeitgleich im Landwirtschaftszentrum Haus Riswick, Kleve, und im Reken-Forum, Reken, veranstalteten Rheinischen Schweinetag festhielt. Bei säugenden Sauen erhöht sich der Bedarf auf 13,0 bis 13,4 MJ ME, 160 bis 190 g Rohprotein und 10 bis 11 g Lysin.

Größeres Magenvolumen durch richtige Rohfaserversorgung in der Trächtigkeit

Der Rohfasergehalt wird in der Säugephase auf 5 % gesenkt. Sauen brauchen in der Trächtigkeit eine Ballastsättigung mit einem passenden Mix aus löslichen und unlöslichen Faserträgern. Das führt nicht nur zu einem Sättigungsgefühl, sondern vergrößert das Magenvolumen, so dass in der Säugezeit eine hohe Futteraufnahme gewährleistet ist. Entschieden lehnte Schwarting übergroße Würfe mit sehr vielen kleinen und damit uneinheitlichen Ferkeln ab und appellierte an die Landwirte: „Sie entscheiden, wie groß die Würfe sind und ob es in Ihrem Sinne ist, mehr als 20 % der Ferkel eines Wurfes mit einer Amme aufzuziehen.“ Als Ziel nannte der Experte 25 aufzuchtfähige Ferkel je Sau und Jahr.

Bereits im Uterus wird der spätere Magerfleischanteil bestimmt

Für die Mäster interessant war die Aussage von Prof. Schwarting, dass bei Ferkeln im Uterus bereits während des 50. bis 70. Trächtigkeitstages der spätere Magerfleischanteil bestimmt wird. In dieser Zeit entwickeln sich die Sekundärfasern; stehen den Ferkeln genügend hochwertige Aminosäuren zur Verfügung, so erhöht sich der später erzielbare Muskelfleischanteil. Was das Fütterungsmanagement in der Ferkelaufzucht betrifft, empfahl Prof. Schwarting ein enges Tier-Fressplatz-Verhältnis von höchstens 1:4 sowie häufige Fütterungsintervalle. Sowohl bei Absetzferkeln als auch bei Mastschweinen führt eine ausgewogene Faserfütterung zu ruhigeren Tieren, einer besseren Darmgesundheit und deutlich reduziertem Durchfallgeschehen. (Quelle: Deutsche Tiernahrung)


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Aktualisiert am: 16.12.2009 16:23
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