Mobile Melkanlagen für Weide und Stall

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Weidegang ist für Milchkühe ideal. Der begrenzende Faktor ist häufig die Distanz zu den Ställen. Mit mobilen Melkständen und Melkrobotern kommt die Technik auf die Weide statt die Kühe zum Stall.
Mit mobilen Melkständen und Melkrobotern kommt die Technik auf die Weide statt die Kühe zum Stall.
Mit mobilen Melkständen und Melkrobotern kommt die Technik auf die Weide statt die Kühe zum Stall.
Milchproduktion mit Weidegang ist finanziell interessant, tiergerecht und wird von der Bevölkerung besonders positiv bewertet. Bei Ganztags- oder Vollweidehaltung erfordert das zweimal tägliche Melken hofnahe arrondierte Weideflächen. Hier können mobile Melksysteme das Weideflächenangebot erhöhen. Europaweit wird nach Lösungsansätzen gesucht. Bis jetzt führte die Installation eines Melkroboters meist zu einem Rückgang bis hin zum Verzicht auf den Weidegang der Milchkühe. Der „mobile Melkroboter“ aus den Niederlanden und der „transportierbare Melkroboter“ aus Belgien sind Systeme, die auf automatisches Melken auf der Weide setzen. Herausforderungen ergeben sich dabei nicht nur im konstruktiven Bereich, sondern auch in der Steuerung des Kuhverkehrs, um eine ausreichende Anzahl an Tagesmelkungen, insbesondere bei hochleistenden Kühen, zu erreichen.

Mobile Melkroboter auf der Weide
Die aufwändigste und konsequenteste Lösung kommt aus den Niederlanden und wurde am Versuchsbetrieb der Uni Wageningen entwickelt und dort in der Weidesaison 2008, 2009 und 2010 getestet. Der Melkroboter wurde dabei an eine Baggerraupe angebaut. Ausgestattet mit Milchtank, Stromaggregat, Kraftfutterbehälter, Wassertank und Elektronik ist dieser Melkroboter mobil und autonom. Er fährt dabei mit den Milchkühen auf den Weidenflächen mit. Beste Ergebnisse im Kuhverkehr ergeben sich dabei bei ausgeklügelter Portionsweide (strip grazing system). Die Kühe gelangen dabei nur nach einem Melkroboterbesuch auf die neue Weideparzelle. Die Weidesaison 2008 diente hauptsächlich zur Verbesserung technischer Details. 2009-2010 wurden gezielt Weidesystem, Melkfrequenz und Milchleistung untersucht.

Autoren: Dr. Henri Kohnen, Ettelbrück (Luxemburg) und Dr. Andreas Steinwidder, LFZ Raumberg-Gumpenstein

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 9 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 19.04.2012 14:36
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