Mit dem richtigen Hackgerät zu sicherem Ertrag

Sowohl im Biolandbau als auch in der konventionellen Produktion haben sich Landwirte zu Spezialisten im Einsatz von Hackgeräten entwickelt. Die Qualität der Hackarbeit hängt weitgehend von der Feinabstimmung zwischen Gerät, Boden und Pflanze ab. Dazu braucht es ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung und eine einfach anzupassende Technik. Damit sind wir beim Gerät, das in den folgenden Ausführungen zur Diskussion steht.
Eine wichtige Forderung an die Hacktechnik heißt: wenig Handarbeit.
Eine wichtige Forderung an die Hacktechnik heißt: wenig Handarbeit.
Die Saatpflege ist die Bodenbearbeitung mit der feinen Klinge. Wir verstehen darunter die Arbeitsgänge nach der Saat mit dem Ziel einer positiven Wirkung auf die Bodengesundheit und den Verzicht beziehungsweise die Reduzierung des Chemieeinsatzes gegen die Beikräuter. Die Technik kann in diesem Bereich ein wertvolles Instrument beisteuern. Der entscheidende Erfolg ist sehr stark von der Handhabung abhängig. Gemeint sind dabei die Saatbettvorbereitung für einen gleichmäßigen Feldaufgang, der Einsatzzeitpunkt, die Einstellung und die Fahrgeschwindigkeit. Die Bodenbeschaffenheit und die Witterung tragen mit mehr oder weniger kalkulierbarem Risiko zum Erfolg bei. Wir sehen heute den Einsatz von Hacke und Striegel nicht alleine als Ersatz für die Chemie, sondern viel mehr als einen Baustein für guten Ertrag gemeinsam mit der gesamten Bodenbearbeitung und mit der Fruchtfolge.

Anforderungen an die Hacktechnik
Das Werkzeug muss an der Bodenoberfläche so intensiv arbeiten, dass Verkrustungen aufbrechen. Der Gasaustausch soll wieder einwandfrei funktionieren. Die Beikräuter sind soweit in ihrem Wachstum zu beeinträchtigen, dass sie der Konkurrenz der Kulturpflanze unterliegen. Die oberflächennahen Faserwurzeln der Kulturpflanzen dürfen durch das Werkzeug nicht geschädigt werden. Dies würde einen erheblichen Nachteil durch Stress bedeuten. Verstopfungen der Hackwerkzeuge vor allem nach Mulchsaat stören die Arbeit. Die Hackarbeit darf die Erosion nicht fördern. Das heißt, der Eingriff der Werkzeuge soll die Regenverdaulichkeit der Bodenoberfläche positiv beeinflussen. Die Hackwerkzeuge müssen auch bei schwierigen Bodenverhältnissen die Arbeitstiefe verlässlich einhalten. Die Reihe der kleinen Kulturpflanzen ist vor dem Verschütten zu schützen. Der Boden soll nach der Bearbeitung nicht austrocknen. Den unbearbeiteten Flächenanteil wollen wir möglichst klein halten. Damit reduziert sich der Anteil der Handarbeit. Wenn sich die Arbeitsbedingungen ändern, dann ist einfach und schnell darauf zu reagieren.

Zusammenfassung
Dieser Beitrag soll einen Überblick über das Angebot der Technik vermitteln. Den Erfolg macht immer die Kombination aus Technik und Anwendung aus. Gerade in dieser Sparte gibt es viele Spezialisten, die durch Eigenentwicklungen, durch Probieren und einen großen Erfahrungsschatz die feine Klinge der Bodenbearbeitung beherrschen.
Sie verstehen es, folgende Bausteine für eine gute Saatpflege richtig zu kombinieren :
• Timing des Einsatzzeitpunktes
• Berücksichtigung des Bodenzustandes
• Anpassung an die Empfindlichkeit der Pflanzen
• Richtige Werkzeugauswahl
• Herantasten an die richtige Fahrgeschwindigkeit
• Feinheiten in der Einstellung
Der Erfahrungsaustausch, Eigenversuche, Vorführungen und Feldbegehungen können näher an das Ziel einer erfolgreichen Hacktechnik heranführen. Viele Ideen stammen aus dem Gemüsebau und sind auch in den Ackerkulturen nach einer kritischen Bewertung der Kostenfrage anwendbar.

Autor: Ing. Herbert PICHLER, Bildungswerkstatt Mold


Aktualisiert am: 06.05.2010 14:15
Landwirt.com Händler Landwirt.com User