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Mit Wollschweinen Geld verdienen

20 Euro pro Kilo Fleisch und 150 Euro pro Ferkel – das zahlen die Kunden von Reinhold Gruber. Einen Hofladen braucht der Wollschwein-Züchter nicht, verkauft wird im Internet.
Seit 10 Jahren züchtet Reinhold Gruber aus dem niederbayerischen Bad Birnbach Mangalica-Schweine.
Seit 10 Jahren züchtet Reinhold Gruber aus dem niederbayerischen Bad Birnbach Mangalica-Schweine.
Eineinhalb Jahre braucht ein Mangalica-Schwein – so der Name der Schweinerasse – bis es 120 bis 150 kg Lebendgewicht erreicht. Reinhold Gruber aus Bad Birnbach in Niederbayern züchtet seit zehn Jahren Mangalica-Schweine. Etwa 80 Wollschweine hält er auf einem Bauernhof in Pleiskirchen, davon zehn schwalbenbäuchige und zehn blonde Sauen, jeweils samt Eber. Auch zwei rote Wollschwein-Sauen hat sich der Züchter kürzlich gekauft. „Mal schauen, ob ich auch mit dieser Linie weiterzüchte.“ Mangalica-Schweine kommen ursprünglich aus Ungarn. Die Bezeichnung „Wollschwein“ geht auf das ungewöhnliche Haarkleid mit Unterwolle und lockigen Borsten zurück. Die Ferkel sind wie Wildschweinfrischlinge gestreift. Ihre dicke Speckschicht und das Haarkleid schützen die robusten Schweine vor extremer Witterung. „Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir keine Inzucht haben“, erklärt Reinhold Gruber, denn der Genpool sei klein. Alle fünf bis sechs Jahre werden die Eber gewechselt. Jungsauen werden mit einem Alter von 1–1,5 Jahren gedeckt. Zirka sechs bis neun Ferkel bekomme eine Sau, so Gruber. Nach zwei Monaten Säugezeit werden die Ferkel abgesetzt und die Sauen wieder gedeckt.

Verkauf im Internet
Die nahe Verwandtschaft zum Wildschwein zeigen die Mangalica-Ferkel mit ihren Frischlingsstreifen.
Die nahe Verwandtschaft zum Wildschwein zeigen die Mangalica-Ferkel mit ihren Frischlingsstreifen.
Zwischen 50 und 100 Ferkel pro Jahr verkauft Reinhold Gruber. „Ich inseriere online auf verschiedenen Webseiten“, erklärt er. Durchschnittlich 150 Euro verlangt er pro Ferkel. Die Nachfrage sei groß. „Ich hatte schon mal ein Jahr mit 200 verkauften Ferkeln, aber finanziell interessanter ist der Fleischverkauf“, meint Gruber. Vier bis sechs Wollschweine lässt der Züchter monatlich schlachten. Ein Metzger zerlegt und verarbeitet das Fleisch zu fertigen Produkten. „Wir frieren es in verschiedenen Portionsgrößen ein und versenden die Produkte in Kühlboxen mit DHL. Einen Tag später ist das Fleisch beim Kunden“, erklärt Gruber. Vom 5-kg-Mischpaket um 89,90 Euro bis zum 1-kg-Braten um 23,90 Euro bietet der Shop auf Reinhold Grubers Homepage www.wollschweinhof.com viele Produkte. Kotelett, Nacken und Bratenstücke würden am öftesten bestellt, so Gruber. Neben viel intramuskulärem Fett hat der Schlachtköper auch eine sehr dicke Speckschicht. Der daraus gewonnene Kübel- oder Kristallspeck (auch Lardo genannt) sei vor allem in Österreich ein Renner. In Zukunft werden auch Weine aus Österreich sowie Nudeln und Gewürze aus Niederbayern über den Shop verkauft. „Das passt kulinarisch zusammen“, ist Gruber überzeugt.

400 Euro für ein Mastschwein
Erst nach rund 1,5 Jahren haben die Mangalica-Schweine das Schlachtgewicht von 120 bis 150 kg erreicht.
Erst nach rund 1,5 Jahren haben die Mangalica-Schweine das Schlachtgewicht von 120 bis 150 kg erreicht.
Auf die Frage, warum der Wollschwein-Pionier keinen Hofladen macht, holt der Bayer aus: „In Bad Birnbach haben wir 5.000 Einwohner. Davon interessieren sich – wenn’s gut geht – gerade einmal 200 für besonderes Fleisch. Im Internet habe ich eine viel größere Zielgruppe und es muss nicht ständig jemand im Hofladen anwesend sein.“ Außerdem seien viele seiner Kunden „eher junge Leute, die im Internet suchen“. Deshalb wendet Reinhold Gruber viel Zeit für Onlinewerbung und Google-Optimierung auf: „Wer im Internet nach Wollschweinen sucht, muss mich auf der ersten Seite finden.“ Seine Zielgruppe zu definieren, falle ihm aber schwer. „Die Käufer reichen von der alleinerziehenden Mutter bis zum Firmenchef“, sagt Reinhold Gruber. Vor kurzem habe Ex-Skirennläufer Markus Wasmeier zwei Mangalica-Ferkel für sein Museum gekauft.
Das Besondere am Mangalica-Fleisch sei der Geschmack, so Gruber. „Der Geschmack des dunklen Fleisches geht Richtung Rind/Wild.“ Außerdem punkte das Fleisch mit seinem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und dem geringen Cholesteringehalt, ergänzt Gruber. „Die Sache rechnet sich“, meint er. Fünf bis zehn Arbeitsstunden braucht er pro Woche für Vermarktung und Versand. Das seien gut bezahlte Stunden, so der Vermarkter. Über weitere Details will er aber nicht reden, nur so viel: Im Verkauf könnte er 400 Euro für ein Mangalica-Mastschwein verlangen. Das mache er aber nur selten, denn der Fleischverkauf sei „die Königsdisziplin“.

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Aktualisiert am: 21.04.2017 14:45
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