Mit Maislager auf Preiserholung warten

Die Situation am Maismarkt ist angespannt. Entgegen aller Hoffnungen sind die Preise zur Ernte heuer unerfreulich niedrig. Viele Landwirte überlegen, ihre Ernte zukünftig am Betrieb einzulagern und auf eine Erholung der Preise zu warten.
Die Lagerverluste belaufen sich im Schnitt auf 0,25 % pro Monat, können bei guter Lagerführung jedoch noch reduziert werden.
Die Lagerverluste belaufen sich im Schnitt auf 0,25 % pro Monat, können bei guter Lagerführung jedoch noch reduziert werden.
Für Betriebe mit relevanten Mengen an Körnermais stellt sich bei den niedrigen Preisen zur Ernte die Frage der Maislagerung und des Verkaufs zu einem späteren Zeitpunkt. Am Betrieb einlagern kann aber nur, wer einen geeigneten Lagerraum besitzt oder über eine günstige Möglichkeit zur Fremdeinlagerung verfügt. „Der Großteil der Landwirte bedient sich behelfsmäßiger Flachlager. Nur wenige Landwirte haben Stahlsilos errichtet“, weiß DI Ernst Gauhs, Bereichsleiter Landwirtschaft bei RWA. Welches Lager und welche Technik am besten geeignet sind, hängt stark von den betrieblichen Gegebenheiten ab.

Stahlsilo oder Flachlager
Bei der Hallenflachlagerung sind vor allem Verunreinigung durch Kleintiere (Vögel, Katzen, Marder) oft problematisch. Die Böden und Wände des Lagers oder der einzelnen Lagerzellen müssen ebenso aus glatten und leicht reinigbaren Materialien bestehen. Zweckmäßig sind Trapezwände aus Stahlblech oder Beton. Holz am Boden oder an den Seitenwänden ist sehr aufwendig zu reinigen und weist viele Spalten und Ritzen auf, in denen sich Schädlinge oder Staub leicht verkriechen können.
„Viel gewonnen ist mit Insektengittern und gut schließenden Türen mit entsprechender Dichtung“, so Ing. Helmut Klapal, AGES Wien.

Lagerhygiene
„Der Mais muss regelmäßig auf seine Temperatur kontrolliert werden“, betont Klapal. Steigende Temperaturen weisen auf einen Schädlingsbefall hin, unter 13 °C sind Schadinsekten kein Thema. Häufig auftretende Schädlinge sind der Maiskäfer und die Dörrobstmotte. Bei zu hohen Temperaturen und zu hohem Feuchtigkeitsgehalt vermehren sich auch Schadpilze. Für eine optimale Lagerhygiene und beste Ergebnisse ist neben den baulichen Voraussetzungen eine gründliche Vorabreinigung aller Lagerräumlichkeiten und der Förder- und Reinigungstechnik unumgänglich.

Rentabilität
Grundsätzlich gilt, dass eine Lagerung nur rentabel sein kann, wenn zum Zeitpunkt des Verkaufs der Preisanstieg im Vergleich zum Preis bei der Ernte größer ist als die Lagerkosten. Der richtige Zeitpunkt beim Verkauf entscheidet letztlich über die Rentabilität der Lagerung. „Ein Risiko nimmt natürlich jeder Landwirt auf sich“, so Dr. Karl Mayer von der LK Steiermark. „Bei der Eigenlagerung muss der Landwirt unbedingt auch das Risiko einer Qualitätsverschlechterung durch unsachgemäße Lagerung bedenken“, betont Ing. Helmut Klapal ausdrücklich.
Die Alternative zum Eigenlager ist die Fremdeinlagerung. Bei dieser ist im Normalfall mit einer Verrechnung von Lagergebühren zuzüglich einer Manipulationsgebühr für die Ein- und Auslagerung zu rechnen. Da die Getreidemenge erst nach dem Verkauf abgerechnet wird, sind auch die Kapitalkosten in die Kalkulation aufzunehmen. Das Risiko einer Qualitätsverschlechterung bleibt allerdings beim Lagerbetreiber.

Autoren: Reinhild JÄGER, Oberaich und Roman GOLDBERGER, Rainbach


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Aktualisiert am: 21.10.2009 14:42
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