Mit Holzasche den Waldboden verbessern

Die energetische Nutzung der Waldbiomasse nimmt zu. Damit verbunden werden dem Wald mehr und mehr Nährstoffe entzogen. Holzasche kann als Dünger rückgeführt werden, dafür sind aber einige Voraussetzungen zu beachten.
Bis zu 2 t/ha in 20 Jahren können an Holzasche zur Walddüngung ausgebracht werden.
Bis zu 2 t/ha in 20 Jahren können an Holzasche zur Walddüngung ausgebracht werden.
Holzaschen, die eine ähnliche Wirkung wie eine Kalkung haben, können als wertvolle Sekundärrohstoffe zur Verbesserung von Bodeneigenschaften beitragen. Der Schwerpunkt der Waldbodensanierung liegt in bodensauren Nadelwäldern, die infolge historischer Nutzungen aus ehemaligen laubholzreichen Beständen entstanden sind. Die Einsatzmöglichkeiten von Holzasche als Ausgleich für Nährstoffentzüge durch verstärkte Biomassenutzung hängt vom Standort ab. Vor allem auf nährstoffärmeren und/oder flachgründigen Böden (Semipodsole, Podsole, Ranker, Rendzina, u.a.) muss eine intensive Biomassennutzung zur Aufrechterhaltung des standörtlichen Produktionspotenziales unterbleiben.

Richtlinie für den Einsatz von Pflanzenaschen

Vom Fachbeirat für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz des Lebensministeriums wurde eine Richtlinie für den sachgerechten Einsatz von Pflanzenaschen erstellt.

Qualität der Aschen
Aus Biomassefeuerungen fallen unterschiedliche Aschefraktionen, wie Rostasche, Kesselasche, Zyklonflugasche und Feinstflugasche an. Bis auf die Feinstflugasche können alle Aschefraktionen verwertet werden. In der Richtlinie sind Schadstoffgrenzen vor allem für Schwermetalle (Zn, Cu, Cr, Pb, Ni, Cd, As) festgelegt.

Geeignete Böden und Standorte
Seichtgründige, sehr durchlässige Böden, nährstoff- und nitratreiche Böden sowie grundwasserbeeinflusste oder staunasse Böden scheiden für den Einsatz von Holzasche aus. Aber auch die Geländeform spielt eine Rolle: Steilhänge, trockene Kuppen- und Rückstandorte sind ebenfalls nicht geeignet. Die Ebenfalls unzulässig ist der Einsatz von Holzasche in stark aufgelichteten Beständen. Auch bundes- oder landesrechtliche Vorschriften können den Einsatz von Holzaschen verhindern. Dies ist zum Beispiel in Natur- und Wasserschutzgebieten, auf Mooren, mageren Primärstandorten und anderen schutzwürdigen Sonderstandorten der Fall.

Ausbringung im Wald
Die Ausbringungsmenge für Holzaschen orientiert sich an der empfohlenen Menge bei Kalkungen. Empfohlen wird eine Menge von maximal 2 t/ha in 20 Jahren. Diese Menge basiert auf dem am ehesten limitierenden Schwermetall Cadmium. Damit ist gewährleistet, dass der Schwermetalleintrag in Wälder durch die Verwendung der Holzasche den Entzug von Cadmium durch die Holzernte nicht übersteigt. Auch ein zu starker Anstieg des pH-Werte soll vermieden werden, um das für den Nährstoffkreislauf bedeutsame Bodenleben nicht zu beeinträchtigen. Auf ein gleichmäßiges Streubild beim Ausbringen mit geeigneter maschineller Ausstattung ist zu achten, dies hängt aber stark von den Gelände- und Bestandesverhältnissen ab. Der Einsatz von loser Asche im Wald sollte aufgrund der hohen Löslichkeit und Reaktionsfähigkeit vermieden werden.

Aufzeichnungs- und Meldepflicht
Vier Wochen vor der Ausbringung ist eine Meldung an die Bezirksverwaltungsbehörde zu erstatten.

Die Richtlinien zum Download erhalten Sie hier

Autor: Dr. Ernst Leitgeb, Dr. Franz Mutsch, Institut für Waldökologie und Boden, Bundesforschungszentrum für Wald (BFW)


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Aktualisiert am: 11.09.2012 11:38
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