Mit Eigenleistung zum günstigen Stall?

Bei Stallbauten werden oftmals erhebliche Investitionskostenminderungen durch die Eigenleistung des Landwirtes eingerechnet. Aber rechnet sich dieser Einsatz des Bauherrn tatsächlich oder bleiben der Betrieb, die Familie oder die Gesundheit dabei auf der Strecke?
Die Baukostenreduktion durch die Eigenleistung wird vielfach überschätzt.
Die Baukostenreduktion durch die Eigenleistung wird vielfach überschätzt.
Viele Bauherren sind der Meinung, dass durch Eigenleistung beim Stallbau die Gesamtkosten des Neubaues sehr stark verringert werden können. Das ist aber fast immer ein Trugschluss. Ein Stallbau beginnt fast immer im Frühjahr oder Sommer und damit in einer, für Milcherzeuger, sehr arbeitsreichen Phase des Jahres. In dieser Zeit müssen die anstehenden Bestell-, Pflege- (Grünland, Silomais, Getreide etc.) und Erntearbeiten (Grassilagebereitung) zeitpunktgerecht erledigt werden, um auch im Folgejahr optimales Futter zur Verfügung zu haben. Parallel dazu müssen Entscheidungen am Bau getroffen werden, die vielfach einen intensiven Informationsaustausch mit Beratern, Architekten, Zulieferern oder Kollegen erfordern. Zudem müssen Angebote eingeholt, Aufträge erteilt, Rechnungen bezahlt und Absprachen mit Handwerkern getroffen werden. Da auch die Familie nicht zu kurz kommen soll, wird deutlich, dass viele Milchviehhalter kaum Eigenleistung beim Bau einbringen können bzw. sollten. Auch wird die Baukostenreduktion durch die Eigenleistung vielfach überschätzt.

Mehr darüber erfahren Sie in Ausgabe 3 von "Der fortschrittliche Landwirt".

Autor: Dipl. Ing. Bernd Lührmann, LK Niedersachsen

Weiters in dieser Ausgabe:

  • Betriebsreportage: Mehr Freiraum durch Zusammenarbeit
  • Herdenfruchtbarkeit verbessern
  • Euterhygiene mit Euterwolle



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Aktualisiert am: 21.01.2011 20:20
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