Mit Blondvieh Bergbauer bleiben

Ingomar Necemer bewirtschaftet einen Bergbauernhof mit Kärntner Blondvieh und Kärntner Brillenschafen. Zusammen mit Einnahmen aus der eigenen Forstwirtschaft lässt sich so sein Bergbauernbetrieb in einer Grenzregion erhalten.
Ingomar Necemer nutzt viele umliegende Hutweide bzw. Almflächen als Sommerweiden für seine Zuchttiere.
Ingomar Necemer nutzt viele umliegende Hutweide bzw. Almflächen als Sommerweiden für seine Zuchttiere.
Der Kopreiner Graben östlich von Bad Eisenkappl in Südkärnten ist eine wunderbare Bergbauernregion. Das von den Karawanken und den Steiner Alpen umrahmte Grenzgebiet zu Slowenien ist heute allerdings eine von Abwanderung und Entsiedelung geprägte agrarische Grenzregion. Mit dem Ziel, seinen 224 ha umfassenden land- und forstwirtschaftlichen Besitz in diesem Tal in Bewirtschaftung und als Lebensmittelpunkt für die ganze Familie zu erhalten, ging der heute 51 jährige Biobauer vor etwa 15 Jahren als Betriebsführer ans Werk. Der Agraringenieur war zuvor in der Chemiebranche tätig, ehe er nach Hause auf den Hof wechselte.
Ingomar Necemers Herz schlug schon immer für alte Tierrassen. Schon als Kind beobachtete er besorgt den Rückgang des Brillenschafbestandes in seiner Gegend. Und auch das Blondvieh hatte es ihm schon lange angetan. Er hielt, schon bevor es das ÖPUL-Programm für den Erhalt dieser Rasse gab, einige Tieren einer alte Blondviehlinie auf seinem Hof. Das Schließen des Herdebuchs und der Start eines geordneten Zuchtprogramms für das Blondvieh bescherten der alten züchterisch undokumentierten Linie des Igomar Necemer zwar das Aus, doch beschloss der Bauer, bei der Zucht der sympathischen Blonden zu bleiben und von nun an professionell in die Zucht einzusteigen. .

Freude und Erfolg mit Blondvieh
Seit 2001 züchtet Ingomar Necemer Blondvieh. Anfangs hatte er 4 Kühe und 4 Jungkalbinnen gekauft. Bald folgten weitere Jungkalbinnen und ein Deckstier. Im Gegenzug wurde das Fleckvieh ausgemustert. Der Biolandwirt dehnte die Blondviehmutterkuhhaltung und Ausmast aus und baute seinen Anbindestall zu einem zweckdienlichen Liegeboxenlaufstall für 40 Stück mit Auslauf und außen liegendem Fressbereich um. Der Zuchtviehbestand beträgt heute 11 Kühe, einen Deckstier, 5 trächtige Kalbinnen, 9 Jungstiere und 5 Jungkalbinnen. Necemer arbeitet mit Herbst- und Winterabkalbung und kann dadurch im Frühjahr die Kühe samt den Kälbern geschlechtergetrennt auf die Weiden treiben.
In den letzten Jahren konnte der Züchter meistens einen aber manchmal auch mehrere junge Zuchtstiere verkaufen. Für einen 14 bis 16 Monate alten gekörten Jungstier mit Papier erlöste er zwischen 1600 und 2000,- Euro.
Trächtige Kalbinnen werden zu Preisen rund um 1500 bis 2000 Euro gehandelt.
Tiere, die nicht zur Zucht geeignet sind, werden ausgemästet und im betriebseigenen, 1996 errichteten, EU-tauglichen Schlachtraum geschlagen. Familie Necemer hat sowohl Frischfleischkunden, als auch Kunden für Dauerwaren. Die erzeugten Produkte werden als Blondviehspezialitäten beworben und vermarktet. Preislich kalkuliert Necemer nicht im Hochpreissegment, sondern verkauft zu in der Region üblichen Preisen. Diese Strategie und die gute Qualität der Ware bescheren der Familie eine gute Nachfrage.

Autor: Ing. Konrad LIEBCHEN, Zeutschach


Aktualisiert am: 04.11.2009 15:40
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