Mit Biogas zur Energieunabhängigkeit: aber nur wenn die Vorraussetzungen stimmen

13 Jahre statt wie in Deutschland 20 Jahre Ökostromtarif sowie ein niedriger Marktpreis machen der Sparte Biogas österreichweit zu schaffen. Die ARGE Kompost & Biogas fordert deshalb Unterstützung für faire Preise und Verlängerung der Vertragslaufzeit.
Die Biogastechnik ist eine multifunktionale anpassungsfähige Technik. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse können gut in bestehenden Anlagen integriert werden,  Biogasanlagen übertreffen so den Wirkungsgrad  fossiler Kraftwerke.  In Niederösterreich gibt es 91 Biogasanlagen. © ARGE Kompost und Biogas NÖ
Die Biogastechnik ist eine multifunktionale anpassungsfähige Technik. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse können gut in bestehenden Anlagen integriert werden, Biogasanlagen übertreffen so den Wirkungsgrad fossiler Kraftwerke. In Niederösterreich gibt es 91 Biogasanlagen. © ARGE Kompost und Biogas NÖ
Das Land Niederösterreich setzt sich ehrgeizige Ziele: Bis 2015 soll Niederösterreich das erste energie-unabhängige Bundesland sein. Dafür sei es ausreichend, die natürlichen Ressourcen zu nutzen, die sich direkt vor der Haustüre befinden. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht für die Betreiber der Biogasanlagen anders aus: In den kommenden Jahren laufen ihre Ökostromverträge aus. Grund für die ARGE Kompost und Biogas NÖ, das Land mit einer Resolution an die Realisierung seines Energievorhabens zu erinnern.

Faire Preise für regionalen Ökostrom und Laufzeit-Verlängerung

Konkret geht es um eine Verlängerung der Vertrags-Laufzeit des erhöhten Ökostromtarifes für einen Großteil der 91 niederösterreichischen Biogasanlagen, die in den Jahren 2003–2006 errichtet wurden und von Bauern betrieben werden. Denn: Der momentane Marktpreis ist jedoch noch niedriger als der derzeitige gesetzliche Nachfolgetarif für Ökostrom. Diese finanzielle Schräglage bringt vor allem die Eigentümer der älteren Anlagen in Bedrängnis, erklärt Norbert Hummel, Obmannstellvertreter der ARGE Kompost und Biogas NÖ: „Das Kerngeschäft der Biogas-Anlagen ist die Erzeugung von Ökostrom. Ökostrom, ohne den das Land seinen Energiefahrplan nicht umsetzen kann. „Wir fordern einen gerechten Preis für dieses regionale, hochwertige Produkt und erwarten und vom Land Niederösterreich Unterstützung gegenüber dem Bund.“
Die Interessensvertretung fordert für ihre Mitglieder, die niederösterreichischen Bigasanlagenbetreiber, eine Verlängerung der Laufzeit auf 20 Jahre. „Diese Zeitspanne ist in anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Deutschland, Standard.“, heißt es in der zuletzt verfassten Resolution.

Effizienz-Steigerung durch neue Technologie
Die ARGE Kompost und Biogas macht der Politik den Vorschlag, die Innovationskraft der Betreiber für die technologische Weiterentwicklung der bestehenden Anlagen zu nutzen. So könnte einerseits die politische Forderung nach einem Maximum von 50 Prozent Getreide- und Maisanteil für den Rohstoffeinsatz sichergestellt werden. Andererseits kann ein Nutzungsgrad der eingesetzten Brennstoffe von mindestens 60 Prozent erzielt werden. „Biogas-Anlagen der neuesten Generation überragen dann punkto Effizienz jene der jetzigen fossilen Kraftwerke.“ weiß Hummel.


Zahlen & Fakten: Biogas in Niederösterreich
**Anzahl der Biogasanlagen in NÖ: 91
**Menge an Ökostrom, die sie pro Jahr erzeugen: 220 Mio. kWh
**Mengenanteil von Biogas am gesamten Ökostrom: 10%
**Menge an Ökowärme, die sie pro Jahr: 250 Mio. kWh
**Jährliche Investitionen, die die Biogasanlagenbetreiber leisten: 400 Mio. Euro

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Aktualisiert am: 21.02.2013 18:03
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