Mischwagenkauf: Was Sie vorher wissen müssen

Ein Selbstbefüller oder ein Fremdbefüller? Freifall-, Umlauf- oder Schneckenmischsysteme? Welches ist die richtige Mischwagengröße? „Der fortschrittliche Landwirt“ und die Agroscope ART helfen Ihnen, diese und andere Fragen zu beantworten.
Das Beschicken von Fremdbefüllern erfolgt häufig mit Front- oder Hoflader.
Das Beschicken von Fremdbefüllern erfolgt häufig mit Front- oder Hoflader.
Der Mischwagen erleichtert die Fütterung von Kühen und Masttieren enorm. Die Maschine kommt täglich zum Einsatz. Das rechtfertigt die beachtliche Investition. Aber gerade weil es ein tägliches Arbeitsinstrument ist, sollte man vor dem Kauf genau abklären, welches Modell am besten auf den eigenen Betrieb passt.

Fremdbefüller oder Selbstbefüller?
Die meisten Futtermischwagen sind Fremdbefüller. Für die Entnahme am Flachsilo ohne separates Gerät sind Selbstbefüller notwendig. Fremdbefüller eignen sich für Betriebe, die schon über einen Traktor mit Frontlader, Hoflader, Greiferanlage, Mobilkran oder Hochsilo mit oder ohne Obenentnahmefräse verfügen. Fremd- oder Selbstbefüller werden sowohl als Vertikal- als auch als Horizontal- und Umlaufmischer gebaut.
Sollen viele verschiedene Komponenten zusammengemischt werden, kommen eher Fremdbefüller in Frage. Diese sind in Behältergrößen bis rund 30 m³ erhältlich. Futtermischwagen, die als Selbstbefüller konstruiert sind, weisen ein Entnahmesystem (Reißkamm, Schneidschild, Entnahmefräse) für das Flachsilo auf. Der Einsatz eines Selbstbefüllers ist beim Mischen von zwei bis drei überwiegend im Flachsilo gelagerten Futterkomponenten sinnvoll.

Welches Mischsystem ist angezeigt?
Mischsysteme gliedern sich in Schnecken-, Umlauf und Freifallmischsysteme. Bei der Anschaffung von Mischwagen steht meistens die Frage Vertikal- oder Horizontalmischer im Vordergrund. Es besteht ein Trend zum Vertikalmischer, da er das Futter besser schonen soll. Bei Rationen mit hohem Grassilage und Heuanteil sind diese Effekte allerdings nicht zu überschätzen.
Freifallmischer gelten durch ihre Funktionsweise als besonders futterschonend. Diese Geräte wurden ursprünglich ohne Messer gebaut. Um auch längere Silage- oder Heuhalme verarbeiten zu können, sind neuere Maschinen mit Messern oder speziellen Halmfutterschneidern erhältlich.
Umlaufmischer sind eher selten. Sie können allenfalls für Betriebe von Interesse sein, die mit diesem Gerät auch einstreuen wollen. Bei der Wahl des Mischgeräts sollte nebst den erwähnten Kriterien auf die Abmessungen des Mischwagens (Höhe, Breite des Futtertenns), Leistung des auf dem Betrieb vorhandenen Traktors, Kosten, Angebot und Qualität der angebotenen Mischwagen geachtet werden.

Autor: Franz NYDEGGER, ART Tänikon (CH)


Aktualisiert am: 12.01.2009 14:23
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