Miscanthus und Holzproduktion im Kurzumtrieb – ein Vergleich

Sowohl bei Miscanthus ‚Giganteus’ als auch bei der Holzproduktion im Kurzumtrieb werden in der Praxis sowie in der Gesellschaft Leistungen erwartet, die nicht den Potenzialen entsprechen. Mehrjährige Versuchsergebnisse zeigen, mit welchen Resultaten langfristig und realistisch gerechnet werden kann.
Beikrautregulierung bei Pappel: Chemisch in der Reihe, mechanisch in der Fahrgasse.
Beikrautregulierung bei Pappel: Chemisch in der Reihe, mechanisch in der Fahrgasse.
Beide Kulturarten sind ausdauernd und können nach einer einmaligen Auspflanzung mindestens 20 Jahre genutzt werden. Im Zuge des Health Check der EU wurde die Betriebsprämienregelung geändert. Es ist daher möglich, Flächenzahlungsansprüche für Schläge zu erhalten, deren Erntegut auch außerhalb der energetischen Verwertung als Rohstoffe eingesetzt werden. Daraus folgt eine Gleichsetzung mit der Nahrungsmittelproduktion seitens der Fördermaßnahmen der EU. Aus dem österreichischen Umweltprogramm werden indes für Flächen zur Holzproduktion im Kurzumtrieb keine Prämien gewährt. Durch die hohen Anlagekosten bei Miscanthus und bei Kurzumtrieb ist die Wirtschaftlichkeit an eine lange Nutzungsdauer gebunden. Die flächenbezogenen Prämien waren bzw. sind für positive Annuitäten erforderlich. Ein vorzeitiger Umbruch erhöht die Anlagekosten wegen der verkürzten Nutzungsdauer bezogen auf die Annuität und auch die zusätzlichen Beseitigungskosten müssen früher als erwartet aufgebracht werden.
Im Rahmen der SRL ÖPUL 2007 hängt die Förderfähigkeit nicht von der Nutzungsart des Erntegutes ab, sofern keine Vernichtung erfolgt. Für Miscanthus Giganteus besteht die Möglichkeit, das Erntegut als nachwachsenden Rohstoff einzusetzen.

Die wichtigsten Ergebnisse
Sowohl bei Miscanthus Giganteus als auch bei der Holzproduktion im Kurzumtrieb ist die höchstmögliche Wertschöpfung des Erntegutes anzustreben. Im Vergleich zur Nutzung als Brennstoff werden bei einer stofflichen Verwertung meist höhere Erlöse erzielt. Bei diesen Langzeit Low-Input-Kulturen sind die regionalen Besonderheiten zu beachten und für Einzelbetriebe ist ein zusätzlicher Nutzeffekt anzustreben, wie zum Beispiel kombiniert mit Freiland-Hühnerhaltung (Pappelanlagen - Agroforstsystem), Nutzung der Wasserschon- bzw. Brunnenschutzgebiete oder Rekultivierung von Problemflächen.
Die produktionsbedingten Emissionen sind bei Dauerkulturen im Vergleich zu einjährigen Pflanzen und auch im Vergleich zum praxisüblichen Ackerbau aufgrund des geringeren Energiebedarfs in der Bodenbearbeitung und den Pflegemaßnahmen, bei der Düngung und im Pflanzenschutz geringer.

Mehr über den Vergleich der Wirtschaftlichkeit des Anbaus von Miscanthus vs. Kurzumtrieb lesen Sie in der Ausgabe 5/2011 von „Der fortschrittliche Landwirt“ auf den Seiten 72-74.

Autor: Dr. Peter LIEBHARD, BOKU Wien


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Aktualisiert am: 18.02.2011 10:28
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