Minister Berlakovich will Milchquoten-Erhöhung heuer aussetzen

Die im Rahmen des Gesundheitschecks der EU-Agrarpolitik vorgesehene Aufstockung der nationalen Milchquoten um jährlich 1% bis 2014 soll heuer in Österreich ausgesetzt werden.
Es geht dabei um eine Menge von jährlich 29.000 t, die der Minister
Landwirtschaftsminister Berlakovich will Milchquotenerhöhung in Österreich in diesem Jahr aussetzen.
Landwirtschaftsminister Berlakovich will Milchquotenerhöhung in Österreich in diesem Jahr aussetzen.
nunmehr nicht zuteilen will. Dies soll in Form einer Verordnungsermächtigung geschehen, die im Rahmen der Marktordnungsnovelle geregelt wird. Die Novelle dürfte in den nächsten Wochen in den Ministerrat kommen, Berlakovich will für diese Maßnahme auch die SPÖ gewinnen und geht von deren Zustimmung im Parlament aus, nachdem sich diese ebenfalls für marktentlastende Maßnahmen ausgesprochen hatte.

Anlieferung reduzieren
"Die Lage am Milchmarkt ist angesichts der rückläufigen Nachfrage und des entsprechenden Überangebots dramatisch, die Erzeugerpreise sinken international auf ein bedrohliches Niveau. Die EU-Kommission hat zwar schon mit den Exporterstattungen und der Intervention für Butter und Milchpulver wichtige Schritte gesetzt, aber das ist noch zuwenig. Wir müssen auch die Anlieferung an die Molkereien reduzieren, daher soll heuer die Zuteilung der Quotenerhöhung an die bäuerlichen Betriebe nicht vorgenommen werden. Ich habe das auch mit den Experten im Milchausschuss der Landwirtschaftskammer besprochen", erklärte Berlakovich gegenüber dem AIZ.

Stabile Rahmenbedingungen
Über die im Health Check vorgesehenen Quotenerhöhungen in den Jahren 2010/11 bis 2013/14 solle dann je nach Marktlage entschieden werden, so der Minister. Damit wolle er auch zu stabilen Rahmenbedingungen für die Milchbauern beitragen. Ingesamt würden die genannten Quotenaufstockungen 148.000 t ausmachen, sie sollen theoretisch den Übergang für die Abschaffung der Kontingente nach 2014 erleichtern. Derzeit ist der Markt allerdings - auch wegen der Wirtschaftskrise - von einer Konsumzurückhaltung und dem entsprechend von einem Überangebot geprägt, das stark auf die Preise drückt. (aiz)


Aktualisiert am: 28.04.2009 14:14
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