Mineralstoffe im Grund- und Kraftfutter

Der Gehalt an Mineralstoffen im Grundfutter wird von verschiedenen Einflussfaktoren bestimmt. Wie stark Geologie, Bodenverhältnisse, Grünlandnutzung und Pflanzenbestand die Mengen- und Spurenelementgehalte im Grünfutter verändern können, wird in den nachstehenden Ausführungen für österreichische Verhältnisse aufgezeigt.
Die botanische Zusammensetzung des Grünlandfutters spielt eine zentrale Rolle in der Frage der Mineralstoffgehalte im Futter.
Die botanische Zusammensetzung des Grünlandfutters spielt eine zentrale Rolle in der Frage der Mineralstoffgehalte im Futter.
Die Gehaltswerte an Mengen- und Spurenelementen werden in Österreich durch das Ausgangsgestein der Böden stark beeinflusst. Futter aus dem kristallinen Zentralmassiv unterscheidet sich deutlich von jenem aus den Kalkalpen, dazu kommen auch noch kleinräumige, geologische Ausprägungen, die sich in spezifischen Elementgehalten niederschlagen. Anhand umfangreicher statistischer Auswertungen hat sich gezeigt, dass bei den Elementen Natrium und Kupfer der Einfluss der geologischen Formation auf den Gehaltswert im Grünlandfutter am höchsten ausgeprägt ist. So sind z.B. im Tiroler Unterland mittlere Natriumwerte von 0,17 g/kg TM festgestellt worden, während im Waldviertel die Na-Werte bei 0,45 g/kg TM lagen. Sehr niedrige Kupfergehalte (unter 1 mg/kg TM) treten in Teilen Kärntens und im Salzburger Flachgau auf, hohe Kupferwerte sind im Salzburger Pinzgau (Ø 12,4 mg/kg TM) vorhanden. Mangan und Zink werden ebenfalls stark vom Grundgestein beeinflusst, die niedrigen Gehalte treten in Kalkgebieten auf, hohe Mangan- bzw. Zinkwerte finden sich auf sauren Standorten. Bei den Elementen Phosphor und Kobalt stellt die geologische Formation den drittstärksten Effekt in punkto Futtergehaltswert dar. Von den wichtigsten mineralischen Elementen ist nur der Futtergehalt an Eisen gering vom Grundgestein beeinflusst.

Einfluss des Bodens
Die Verfügbarkeit von Pflanzennährstoffen hängt eng mit dem pH-Wert des Bodens zusammen, wobei der saure Bereich (5,0 bis 6,5) für die Elemente Eisen, Mangan, Bor, Kupfer sowie Zink optimal ist und für Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium sowie Schwefel (S) der schwach saure bis neutrale pH-Bereich von 6,5 bis 7,0. Nach den Richtlinien für die Sachgerechte Düngung (BMLFUW, 6. Auflage, 2006, Download unter: http://www.raumberg-gumpenstein.at) liegt der anzustrebende pH-Wert für Grünlandböden je nach Bodenschwere zwischen pH 5,0 und 6,0.
Der Säuregrad des Bodens übt auf die Futtergehaltswerte von Mangan, Zink und Molybdän den größten Einfluss aus. Diese Elemente gehen bei niedrigem pH-Wert in die Bodenlösung und können von der Pflanze aufgenommen werden. Grünlandfutter von sauren Böden enthält daher höhere Gehaltswerte an Mn, Zn, Mo und Fe als Futter von kalkhaltigen Böden. Die Gehaltswerte an Kalzium und Selen steigen hingegen mit zunehmendem pH-Wert an. Bei einer Aufkalkung muss berücksichtigt werden, dass dadurch eventuell die Spurenelemente Eisen, Mangan, Zink, Molybdän und Kupfer schlechter verfügbar werden. Eine Aufkalkung sollte im Grünland erst dann erfolgen, wenn die in Abhängigkeit der Bodenschwere angestrebten pH-Werte unterschritten werden. Der dazu erforderliche Kalkbedarf kann auf Basis einer Bodenuntersuchung ermittelt werden.

Fazit
Die Gehalte an Mengen- und Spurenelemente im Grundfutter unterliegen starken Einflüssen seitens des Standortes, des Pflanzenbestandes, der Düngung, aber auch des Grünlandmanagements und der Futterkonservierung. Trotz der komplexen Wirkung von verschiedenen Einflussfaktoren ist eine Abschätzung der Elementkonzentrationen im Futter für den Praktiker möglich. Will man exakte Gehaltswerte von Mengen- und Spurenelementen im Grundfutter wissen, so kommt man an einer chemischen Mineralstoffanalyse nicht vorbei.
Hinsichtlich der teilweise hohen Gehaltswertdifferenzen bei einzelnen Kraftfuttermitteln zwischen Österreich und Deutschland erscheint der Aufbau von österreichischen Mineralstofftabellen für Energie- und Proteinkraftfutter sinnvoll, damit die Berechnung der bedarfsgerechten Mineralstoffration für Milchkühe auf eine sichere Basis gestellt werden kann.

Autoren: Ing. Reinhard RESCH1), Univ.-Doz. Dr. Karl BUCHGRABER1), Dr. Erich M. PÖTSCH1), Dr. Leonhard GRUBER1), Mag. Thomas GUGGENBERGER1) und Dr. Günther WIEDNER2)
1) LFZ Raumberg-Gumpenstein, A-8952 Irdning
2) Futtermittellabor Rosenau der NÖ Landwirtschaftskammer, A-3252 Rosenau


Autor:
Aktualisiert am: 24.07.2009 09:45
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