Milchviehbetriebe in Texas: Platz für Große und Kleine

Texaner machen, wofür die Amerikaner allgemein bekannt sind: Sie nutzen ihre Chancen. Da ist dasWachstum zum Großbetrieb ebenso eingeschlossen wie das Aufbauen einer außergewöhnlichen Vermarktungsschiene. Wie haben 2 Milchviehbetriebe besucht, die mit sehr unterschiedlichen Strategien das derzeitige Preistief überleben wollen.
Die diesjährige Milchkrise hat viele Milchbauern in Texas zum Umdenken bewegt. Sie sind schon froh, wenn sie den Betrieb in der jetzigen Größe erhalten und die Arbeiter bezahlen können.
Die diesjährige Milchkrise hat viele Milchbauern in Texas zum Umdenken bewegt. Sie sind schon froh, wenn sie den Betrieb in der jetzigen Größe erhalten und die Arbeiter bezahlen können.
„Everything is big in Texas“. Dieser Leitspruch der Texaner “alles ist groß in Texas” trifft Großteils auch für die Milchwirtschaft zu. Ganz in diesem Sinne entwickelte Alan Vander Horst seinen Betrieb. Als der 41-jährige Landwirt gemeinsam mit seiner Frau Becca seinen ersten Milchviehbetrieb pachtete, hielten die beiden 600 Kühe. Nach und nach übernahmen sie Betriebe von Nachbarn, die aus der Landwirtschaft ausgestiegen waren. Heute hält Familie Vander Horst auf 6 Betrieben rund 10.000 Kühe. Auf dem siebten Betrieb ziehen sie 960 Kälber auf. Im Anschluss an die Tränkephase gehen die Kälber 5 Monate auf die Weide.

Gute Futterverwertung
„Wir müssen unser Einkommen über eine niedrige Remontierungsrate und eine gute Futterverwertung unserer Kühe steigern“, berichtet der Landwirt. Seiner Meinung nach sollten Milchbauern nicht von der durchschnittlichen Milchleistung der Herde sprechen: „Der wichtigste Aspekt ist, wie viel kg Fett- und Eiweiß meine Kühe pro kg Futter produzieren können.“ Ein Drittel seines Einkommens erzielt er aus dem Fettgehalt der Milch und zwei Drittel aus dem Eiweißgehalt. „Für den Wassergehalt der Milch hat mir noch niemand etwas bezahlt“, weiß Alan Vander Horst.

Klein aber fein
Es gibt aber auch in Texas Milchbauern, die nie auf extremes Wachstum gesetzt haben. Einer davon ist Stuart Veldhuizen. Er führte bis 1990 gemeinsam mit seinem Vater eine Farm in Minnesota. 1990 übersiedelte die Familie nach Texas und baute dort eine Herde von 250 Kühen auf. Nur 5 Jahre später war Veldhuizen so frustriert über die Milchbranche und vor allem seine Molkerei, dass er beschloss, aus der Milcherzeugung auszusteigen. 5 Jahre ohne Kühe lehrten ihm allerdings, dass er doch nichts lieber machen würde, als Kühe zu melken. Allerdings wollte er nicht mehr an die Molkerei liefern. Veldhuizens Frau Connie machte sich auf die Suche nach Alternativen und fand mit der Direktvermarktung von Hartkäse aus Rohmilch eine Sparte mit sehr guten Absatzmöglichkeiten. 2003 begann die Familie, Käse aus der Milch von 18 Kühen zu vermarkten. Heute hält das Paar wieder 45 Kühe. “Wir weiden unsere Kühe, da der Käse dann besser schmeckt“, schildert Stuart Veldhuizen. Die gesamte Milch wird am Hof verarbeitet und großteils über den Hofladen vermarktet.

Autorin: DI Stephanie GROSSPÖTZL, Sigharting


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Aktualisiert am: 20.08.2009 15:41
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