Milchstrategie Oberösterreichs bekanntgegeben

Gestern Montag fand zum Thema "Die OÖ. Milchstrategie: Qualität statt Preiskampf im Milchland Oberösterreich – Bauern und Molkereien als starke Partner" eine Pressekonferenz mit LR Max Hiegelsberger und dem GF der Berglandmilch DI Josef Braunshofer statt. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.
OÖ-LR Hiegelsberger und Bergland-GF Braunshofer sprachen in einer Pressekonferenz über die Milchstrategie in ihrem Bundesland.
OÖ-LR Hiegelsberger und Bergland-GF Braunshofer sprachen in einer Pressekonferenz über die Milchstrategie in ihrem Bundesland.
Oberösterreich ist mit rund 867 Millionen kg Milchliefermenge pro Kalenderjahr das Milchland Nummer 1 in Österreich. Rund 31%, das ist quasi jeder dritte Liter, der in Österreich gelieferten Milch kommt aus diesem Bundesland.

Höchste Qualität statt Dumpingpreisen
Im internationalen Wettbewerb ist Oberösterreich bei der Milch Qualitätsführer. Seit 2010 ist österreichische Milch darüber hinaus zu 100% gentechnikfrei. Besonders hervorzuheben ist die Milchqualität in Oberösterreich. So werden knapp 99% der gesamten Milch ohne Qualitäts-Abzüge bezahlt. Die Rohmilchqualität wird laufend im akkreditierten Labor des OÖ. Milchprüfringes in Ried untersucht. Beim OÖ. Milchprüfring werden jährlich von 16.000 Milcherzeugern aus Oberösterreich und angrenzenden Bundesländern 725.000 Milchproben geprüft und daraus ca. 5 Mio. Einzelmessergebnisse bestimmt. Die hohe Rohmilchqualität ist Ausgangsbasis für hochwertige Milchprodukte. "Mit dieser hohen Qualität sowie Schwerpunktsetzung auf Produktspezialitäten kann die oberösterreichische Milchwirtschaft punkten", unterstreicht Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger die besondere Marktsituation in Oberösterreich. Österreich definiert sich als sauberes Agrarland mit nachhaltiger Landwirtschaft. Von diesem Qualitäts-Vorteil und der Identifikation mit den Produkten aus unserer Heimat lebt die Wertschöpfungskette vom Bauer bis zum Handel. Oberösterreichs Milchbauern und Molkereien setzen dabei auf die Teilnahme am AMA-Gütesiegelprogramm, auf kontrollierte Tiergesundheit und garantiert gentechnikfreie Fütterung.

Milchbauern prägen das Gesicht des Landes: Heimische Milch sichert Kulturlandschaft
Milch ist Leben. Von der Milchproduktion leben nicht nur die 10.264 Milchbauern und deren Familien. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der Arbeitsplätze in der Region absichert. Nicht zu vergessen ist, dass durch die Milch- und Grünlandwirtschaft Kulturflächen bewirtschaftet werden. In Gebieten in denen die Milchwirtschaft verschwindet, verschwindet auch offenes Kulturland. Es wird aufgeforstet. Jedes Jahr wächst so im Schnitt in jeder oö. Gemeinde eine Fläche in der Größe von einem Fußballfeld zu. Daher gilt, Produktions- und Preisbedingungen, die den Milchbauern ausreichend Einkommen ermöglichen, sichern den Erhalt unserer Kulturlandschaft und bringen damit auch touristisch Wertschöpfung ins Land.

Situation einst und heute
1995 hat ein Liter Hydrauliköl 2,18 Euro (30 Schilling) gekostet. Für ein kg Milch hat der Bauern 40,15 Cent bekommen. Der Bauer musste 5,4 Liter Milch verkaufen um einen Liter Hydrauliköl kaufen zu können. Heute kostet ein Liter Hydrauliköl 15,99 Euro. Für ein Kilogramm Milch bekommt der Bauer rund 37 Cent. Das heißt, für 1 Liter Hydrauliköl müssen 43,2 Liter Milch geliefert werden. Die von der produzierenden Landwirtschaft zu tragenden Betriebsmittelkosten für Düngemittel, Kraftstoff und Futtermittel sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. "Die Preise, welche die Erzeuger für ihre Produkte erhalten, sind nicht im selben Ausmaß angestiegen. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Überlebensfähigkeit", verweist Landesrat Hiegelsberger auf die Brisanz der Situation auf den Agrarmärkten.

Agrarpolitische Akzente für die Milch- und Grünlandwirtschaft
Kostenentlastungen: Die österr. Milchwirtschaft ist aufgrund der klein strukturierten Landwirtschaft, den geographischen Gegebenheiten aber auch aufgrund der Qualitätsproduktion mit höheren Produktionskosten konfrontiert. Die Agrarpolitik setzt Akzente durch Entlastungsmaßnahmen.
Qualitätsführerschaft mit starken Marken: 100 % gentechnikfreie Fütterung und der Bezug des Bauern zu jeder einzelnen Kuh sowie strenge Qualitätskriterien und entsprechende Kontrollen garantieren höchste Qualität. Eine industrialisierte Milchproduktion mit Herdengrößen von 100 und mehr Milchkühen wie in anderen europäischen Ländern kann bei dieser Qualität nicht mithalten.
Lebensmittelhandel als Partner:Nicht nur dem Konsumenten auch dem Handel muss der hohe Qualitätsunterschied zwischen österreichischer Milch und europäischer Massenware ins Bewusstsein gerufen werden.
Gemeinsame Österreichstrategie mit starken heimischen Milchbauern und Molkereien: Um bei dieser Bewusstseinsbildung Zeichen zu setzen braucht es gemeinsame regionale und nationale Ansätze, um das Besondere der österreichischen Milchprodukte speziell hervorzuheben. Nirgends in Europa gibt es die Qualität, wie wir sie bei der Milch gewohnt sind. Auf 100 % Gentechnikfreiheit und das AMA-Gütesiegel können wir stolz sein.

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Aktualisiert am: 17.03.2011 14:20
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