Milchsäure auf Rindfleisch – EFSA hat keine Bedenken

Das Besprühen von Rindfleisch mit Milchsäure zur Verringerung der Keimbelastung ist unbedenklich, sofern die Substanz den EU-Anforderungen für Lebensmittelzusatzstoffe entspricht. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach Auswertung von rund zwei Dutzend Studien.
In den USA ist es üblich Rindfleisch mit Milchsäure oder Essig zu säubern.
In den USA ist es üblich Rindfleisch mit Milchsäure oder Essig zu säubern.
Wie die Experten ferner feststellten, kann eine derartige Behandlung die Bakterienzahl des Fleisches im Vergleich zur Reinigung mit reinem Trinkwasser beziehungsweise ohne Reinigung deutlich verringern. Unter anderem wurde eine Wirksamkeit gegen Enterohämorrhagische Escherichia-coli-(EHEC)-Bakterien festgestellt. Dass Bakterien aufgrund der Anwendung eine Resistenz gegen antimikrobielle Substanzen entwickeln, die zu therapeutischen Zwecken verwendet werden, hält die EFSA für unwahrscheinlich. Umweltrisiken wurden nicht untersucht - wegen der als vernachlässigbar eingeschätzten Konzentration der Milchsäure vor dem Eintritt ins Abwassersystem. In den Studien wurden Lösungen mit einem Milchsäureanteil von 2 % bis 5 % bei Temperaturen von maximal 55 °C verwendet. Die Europäische Kommission hatte die EFSA mit der Prüfung betraut, weil das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium bei der EU einen Zulassungsantrag für Milchsäure als Fleischbehandlungsmittel eingereicht hat. In den USA ist es nämlich üblich, Rinderschlachtkörper mit Milchsäurelösungen oder Essig zu säubern, während in der EU für Fleisch bislang insgesamt keinerlei antimikrobielle Behandlung erlaubt ist. Rindfleisch darf erst am Ende der Schlachtreihe mit Trinkwasser gesäubert werden. Für amerikanische Erzeuger ist es wichtig, die EU-Zulassung rechtzeitig zu erreichen, bevor Brüssel voraussichtlich zum 1. August 2012 die Importquote für hochwertiges, masthormonfreies Rindfleisch auf 48 200 t mehr als verdoppelt. Andernfalls könnten sie die neuen Exportmöglichkeiten womöglich nicht in vollem Umfang nutzen.


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Aktualisiert am: 02.08.2011 13:51
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