Milchquotenüberschreitung kostet EU-Länder 340 Mio €

Die Abgaben, die bestimmte Mitgliedstaaten wegen Überschreitung der Milchquoten zahlen müssen, belaufen sich nach einer vorläufigen Berechnung der Europäischen Kommission im Milchwirtschaftsjahr 2007/08 auf etwas über EUR 340 Mio. Im letzten Jahr machte das Abgabenaufkommen insgesamt EUR 221 Mio. aus.
Sieben Mitgliedstaaten - Österreich, Zypern, Irland, Italien, Deutschland,
Österreichs Milchbauern überlieferten die nationale Milchquote um 3,2%.
Österreichs Milchbauern überlieferten die nationale Milchquote um 3,2%.
Luxemburg und die Niederlande - haben ihre Quote für Lieferungen überschritten.

Höchste Überschreitung in Italien
Italien führt die Liste mit einer Quotenüberschreitung von 5,7% an, dahinter folgen Zypern mit 3,9% und Österreich mit 3,2% sowie Deutschland und die Niederlande mit jeweils 1,3%. Insgesamt belaufen sich die Überschreitungen auf 1.217.000 Tonnen, was einen Abgabenbetrag von EUR 338,7 Mio. ergibt. Etwa 47% der über die Quote hinaus produzierten Menge und somit auch des fälligen Abgabebetrags entfallen auf Italien, 30% auf Deutschland. Österreich kostet die Quotenüberschreitung rund EUR 23,6 Mio.

Insgesamt 139,6 Mio Tonnen Milch
Insgesamt war die Referenzmenge für Anlieferungen an die Molkereien für das Milchwirtschaftsjahr 2007/08 (April 2007 bis März 2008) auf 139,6 Mio. t festgesetzt worden. Diese Quote wurde in rund 1 Mio. einzelbetriebliche Referenzmengen für die gesamte EU-27 aufgeteilt. Daneben gibt es eine eigene Quote von 3,4 Mio. t für die Direktverkäufe an die Verbraucher, die in 0,5 Mio. einzelbetriebliche Referenzmengen aufgeteilt wurde.

53 % mehr Abgaben
Der gesamte Abgabenbetrag liegt 2007/08 um deutliche 53% höher als 2006/07, da die berichtigten Lieferungen in einigen Ländern stärker angestiegen sind als die jeweiligen einzelstaatlichen Referenzmengen. Besonders deutlich war dies in Zypern, Deutschland und den Niederlanden. Rumänien und Bulgarien, in denen das System der Milchquoten 2007/08 erstmals angewendet wurde, nicht mitgerechnet, lagen die berichtigten Lieferungen in der EU-25 um 767.000 t höher als 2006/07, während die Quote entsprechend der GAP-Reform von 2003 um 491.000 t angehoben wurde. Die Erzeuger in 20 der 27 Mitgliedstaaten müssen keine Abgabe für Lieferungen zahlen, weil sie die nationalen Referenzmengen nicht überschritten haben.

Auslaufen der Quoten bis 2015
Bei der GAP-Reform von 2003 wurde beschlossen, die Milchquoten bis 01.04.2015 auslaufen zu lassen. Gemäß ihren Vorschlägen zum GAP-Gesundheitscheck will die Kommission die Quoten von 2009/10 bis 2013/14 jährlich um 1% anheben, um einen reibungslosen Übergang und eine schrittweise Anpassung an eine Situation zu ermöglichen, in der es keine Quoten mehr gibt. Insbesondere Italien und die Niederlande setzen sich für eine Quotenanhebung ein, Österreich und Deutschland, die um ihre Berggebiete fürchten, lehnen dies hingegen ab. Sie fordern Begleitmaßnahmen für ihre benachteiligten und weniger wettbewerbsfähigen Regionen.

(aiz.info)


Aktualisiert am: 16.10.2008 16:45

Landwirt.com Händler Landwirt.com User