Milchquoten dürften nur um 10.000 bis 20.000 t überschritten werden

Die Trendwende, die sich bei den österreichischen Milchanlieferungen vor drei Wochen abzeichnete, wird immer wahrscheinlicher. Lagen die Mengen im Oktober 2008 noch um 3,5% und im November um 3% über dem Vorjahresniveau, so machte das Plus im Dezember nur mehr 1,8% aus.
Im Jänner 2009 wurde nach Angaben der Agrarmarkt Austria der Vorjahreswert bereits um 0,6% unterschritten. Nachdem auch die
Laut AMA soll die Überlieferung in diesem Jahr geringer ausfallen als erwartet.
Laut AMA soll die Überlieferung in diesem Jahr geringer ausfallen als erwartet.
Fettgehalte der Rohmilch vergleichsweise geringer sind, könnte die Überlieferung der nationalen Milchquote für 2008/09 kleiner ausfallen als erwartet.

Zu Jahresbeginn mit 30.000 t gerechnet

Zu Jahresbeginn hatte die AMA noch eine Überschreitung um rund 30.000 t angenommen, in ihrer jüngsten Prognose geht sie von 10.000 bis 20.000 t aus. Die AMA legt in ihren Berechnungen die Aufstockung der nationalen Quote für Lieferungen (A-Quote) um 69.000 t auf 2,748.000 t im laufenden Quotenjahr 2008/09 zugrunde. Zu dieser Menge kommen noch 6.000 t Milch, welche derzeit als Umwandlungen von Quoten für Direktverkäufe in A-Quoten erwartet werden. Insgesamt steht den österreichischen Milchbauern somit eine Referenzmenge von 2,754.000 t zur Verfügung. Im Zeitraum April 2008 bis Jänner 2009 wurden laut AMA 2,248.373 t Milch an die Molkereien geliefert. Diese Menge lag um 45.724 t unter der anteiligen Quotenlinie. Aufgrund des gegenüber dem Referenzwert höheren Fettgehaltes der Rohmilch wurde jedoch die Anlieferung auf 2,306.109 t nach oben korrigiert. Diese Menge überschritt die anteilige Quotenlinie bereits um 12.012 t.

Anlieferung hochgerechnet

Ausgehend von dieser fettkorrigierten Milchanlieferung haben die AMA-Experten die Anlieferung für das gesamte Quotenjahr 2008/09 hochgerechnet. Daraus ergibt sich eine voraussichtliche saldierte Überlieferung zwischen 10.000 und 20.000 t. Multipliziert man diese Menge mit dem von der EU festgelegten Zusatzabgaben-Betrag von 27,83 Cent je kg, so würde daraus für die überliefernden Landwirte eine "Superabgabe " von EUR 2,8 bis 5,6 Mio. resultieren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich der jüngste Trend weiter verfestigt. Das aktuelle Quotenjahr endet am 31.03.2009. (aiz)


Aktualisiert am: 02.03.2009 13:39
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