Milchquoten-Rückkauf in Deutschland abgelehnt

Die deutschen Bundesländer halten nichts von einem Milchquoten-Rückkaufprogramm, wie es die Europäische Union vorschlägt. In einer Stellungnahme zum EU-Verordnungsentwurf mit Sondervorschriften für den Milchmarkt lehnte der Bundesrat den Vorschlag als ungeeignet ab – Zukunftsbetriebe wären davon negativ betroffen.
Die deutschen Bundesländer lehnen die, von der EU vorgeschlagenen, Milchquoten- Rückkäufe entschieden ab.
Die deutschen Bundesländer lehnen die, von der EU vorgeschlagenen, Milchquoten- Rückkäufe entschieden ab.
Der staatliche Ankauf von Milchquoten würde zu einer Verknappung und damit zu einem Anstieg der Quotenpreise führen, warnte die Länderkammer. Vor allem Zukunftsbetriebe wären negativ betroffen, wenn sie unnötig Kapital für den Kauf künstlich verteuerter Milchquote aufbringen müssten. Auf der jüngsten Milchquotenbörse am 02.11. sind die Quotenpreise in Deutschland aufgrund der anhaltenden Diskussion über die Mengenbegrenzung bereits um 4 auf 18 Cent je kg gestiegen.

Nachteilig für Wettbewerbsfähigkeit
Eine nationale Umsetzung des EU-Vorschlags wäre aus Sicht des Bundesrates kontraproduktiv und nachteilig für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milchwirtschaft. An eine den Erzeugerpreis stabilisierende Wirkung glauben die Länder nicht. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte sich bereits vor der Stellungnahme des Bundesrates festgelegt, dass es in Deutschland kein Programm zum Herauskauf von Milchquoten geben werde. Positiv bewertete der Bundesrat, dass die Europäische Kommission durch eine Erweiterung ihrer Kompetenz auf Störungen des Milchmarktes künftig zeitnah reagieren können soll. Außerdem begrüßte das Plenum die Ankündigung Brüssels, europaweit EUR 280 Mio. als Sonderhilfe für Milchviehbetriebe zur Verfügung zu stellen. (AIZ)



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Aktualisiert am: 07.11.2009 15:50
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