Milchquote: Erhöhung ist falsches Signal zur falschen Zeit

„Der Beschluss der EU-Agrarminister, ab 1. April die Milchquote um zwei Prozent zu erhöhen, ist für uns der falsche Schritt zum falschen Zeitpunkt. Es ist zu befürchten, dass davon ein negatives Preissignal ausgehen wird“, erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zum EU-Agrarministerrat.

Bald dürfen Österreichs Bauern mehr Milch liefern – und das könnte die Preise wieder drücken, wird befürchtet.
Bald dürfen Österreichs Bauern mehr Milch liefern – und das könnte die Preise wieder drücken, wird befürchtet.
„Die zweiprozentige Erhöhung der Milchquote wird von den Milchbauern in Österreich nicht verstanden und bringt den Bauernmilchpreis, der sich nach Jahren der Stagnation erstmals ein wenig erholt hat, abermals massiv unter Druck. Denn einerseits haben die Milchbauern in den letzten Wochen und Monaten die Milcherzeugung spürbar erhöht, was ja der Wunsch von Verarbeitern und Konsumenten war, und andererseits gäbe es mit der EU-weiten Quotensaldierung, dem deutlichen Reduzieren der Superabgabe und der Fettkorrektur eine Reihe alternativer, doch nicht minder wirksamer Instrumente, die flexibel gehandhabt werden können und nicht die Quotenregelung massiv untergraben, wie das eine generelle Erhöhung tut“, kritisierte Wlodkowski und verlangte in Richtung Health Check-Umsetzung Ausgleichsmaßnahmen für die Berg- und benachteiligten Gebiete. Weiters forderte er ein eigens dafür zur Verfügung gestelltes Budget und die abermalige Überprüfung der genannten alternativen Maßnahmen, wie dies der Landwirtschaftsminister schon mehrmals von der Europäischen Kommission gefordert hat.
Obwohl Österreichs Landwirtschaftsminister gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen gegen die Erhöhung der Milchquoten gestimmt hatte, wird ab 1. April 2008 die Quote EU-weit um zwei Prozent angehoben. Die Mehrproduktion wird auf die 27 Mitgliedstaaten gleichmäßig verteilt werden. Österreichs Milchbauern werden in Zukunft 2,847 Millionen Tonnen Milch anliefern können (dzt. Quote in Österreich: 2,78 Mio. t.).

Kein Zwang zum Modellwechsel
„Die Einigung darüber, dass kein Land gezwungen wird, vor 2013 das Modell der Betriebsprämien zu wechseln, ist vernünftig. Denn niemand kann heute sagen, wie die Betriebsprämien-Regelung nach 2013 ausgerichtet sein wird. Außerdem ist noch nicht einmal klar, wie das EU-Budget für den Zeitraum 2014 bis 2020 strukturiert sein wird. Man kann ja den Bauern nicht innerhalb kurzer Zeit zwei Mal einen grundlegenden Modellwechsel zumuten“, begrüßte Wlodkowski die Einigung im Sinne von Planungssicherheit für die Bauern.


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Aktualisiert am: 31.03.2008 14:48
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