Milchprüfung Bayern: 75-jähriges Jubiläum

Heuer blickt der Milchprüfring Bayern e.V. bereits auf eine 75-jährige Geschichte zurück. Seit Abschluss der Zentralisierung im Jahr 2003 werden alle Milchproben für die Milchuntersuchung nach der Milch-Güteverordnung in Bayern im Wolnzacher Labor untersucht.
v.l.n.r.: Gf Dr. Christian Baumgartner, leitender Ministerialrat Heinz Hahn, Vorsitzender Hans Epp, stellvertretender Vorsitzender Dr. Karl Kunz.
v.l.n.r.: Gf Dr. Christian Baumgartner, leitender Ministerialrat Heinz Hahn, Vorsitzender Hans Epp, stellvertretender Vorsitzender Dr. Karl Kunz.
1971 wurden die Vorgängerverbände „Vereinigung der Milchprüfringe im Gebiet des Milchwirtschaftsverbandes Bayern e.V.“ und der „Vereinigung der Milchprüfringe im Gebiet des Milchwirtschaftsverbandes Allgäu e.V.“ (gegründet 1935) in den Milchprüfring Bayern e.V. übergeführt. Die Milch der bayerischen Milcherzeuger wird monatlich 6 bis 8-mal beprobt und je nach Bedarf auf die Parameter Keim- und Zellzahl, Fett, Eiweiß, Laktose, Gefrierpunkt und Hemmstoffe untersucht. Zusätzlich werden für das LKV Proben für die Milchleistungsprüfung geprüft. Insgesamt knapp 90 Mio. valide Analyse-Ergebnisse aus etwa 13. Mio. Proben werden jährlich produziert. Überschreitet ein Milcherzeuger die zulässigen Werte, erhält dieser unmittelbar ein Benachrichtigungsschreiben und kann somit sofort bei Problemen reagieren.

Hohe Qualität und ständige Weiterentwicklung
Mit der Einführung eines Total Quality Management (TQM) Systems als umfassendes Qualitätsmanagementsystem wird dafür Sorge getragen, dass ständig allen Anforderungen des Marktes entsprochen und konsequent weiterentwickelt wird. Als TQM bezeichnet man eine durchgängige, kontinuierliche und alle Bereiche einer Organisation erfassende und kontrollierende Tätigkeit. Hohe Qualität wird dadurch dauerhaft garantiert. Die Rohmilchanalytik befindet sich in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Dies zeigt sich auch an den Geräten im MPR-Labor, die ständig auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Neben den Bereichen der „Standarduntersuchungen“ auf Keim- und Zellzahl, Fett, Eiweiß, Laktose, Gefrierpunkt und Hemmstoffe werden auf Anfrage weitere Untersuchungen angeboten. Beispielsweise kann mit einem gesonderten Testverfahren Penicillinase in der Milch nachgewiesen werden.

Lückenlose Überprüfung und Dokumentation
Jährlich liefert der Milchprüfring Bayern e.V. 89,5 Millionen Ergebnisse. Dabei durchläuft jede Probe etwa 300 automatische Plausibilitätsprüfungen in der Datenbank und wird anschließend nochmals systematisch durch Mitarbeiter kontrolliert und frei gegeben. Dies stellt einen sehr langwierigen und aufwändigen Prozess dar. Damit ist jedoch gesichert, dass der MPR nur zuverlässige Untersuchungsergebnisse mitteilt. Auch die Überprüfung des Probenalters ist ein ebenso wichtiges Kriterium wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit der Außendienstmitarbeiter. Auf der Basis der Untersuchungsergebnisse werden jährlich in Bayern von den Molkereien fast 2,1 Mrd. Euro Milchgeld an die Milcherzeuger ausgezahlt Wegen der großen Bedeutung dieser Daten werden alle relevanten Einzelergebnisse bzw. Teilabschnitte der Probenahme und Untersuchung lückenlos dokumentiert und archiviert. Dadurch ist jederzeit ein gerichtsfester Nachweis der Ergebnisse zu erbringen.

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Aktualisiert am: 31.07.2010 12:12
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