Milchproduktion: Was kostet eine Euterentzündung?

Euterentzündungen und hohe Zellzahlen gehen nicht nur an die Nerven, sondern auch ins Geld. Die Tierarztkosten sind hierbei allerdings der kleinere Anteil – richtig teuer bezahlen Sie die Leistung, die Ihre Kühe durch eine Krankheit nicht bringen kann.
Folgeerkrankungen der Mastitis, die geringere Leistung und eine verminderte Nutzungsdauer von Problemkühen kosten viel Geld.
Folgeerkrankungen der Mastitis, die geringere Leistung und eine verminderte Nutzungsdauer von Problemkühen kosten viel Geld.
Eine Erkrankung beeinflusst auch Folgeerkrankungen bzw. erhöht das Risiko von Folgeerkrankungen.

Schwierigkeiten der Quantifizierung der Kosten
 Minderleistung schlecht quantifizierbar
 Fehlendes Problembewusstsein
 Kosten für Erkrankungen verursachen Minderleistungen die nicht direkt „sicht- bzw. spürbar sind“
 Andere Ursachen für Minderleistung werden verantwortlich gemacht (z.B. Futterqualität)
 Der Aufwand für (Routine)Diagnosetests als Vorbeuge wird oft als zu aufwändig gesehen: Schalmtest, Schnelltests (Ketose, Progesterontest etc.), B(ody)C(ondition)S(core)
 Finanzieller Aufwand für Tests scheint auf den ersten Blick zu hoch: Bakteriologische Untersuchung, etc.
 Betriebsblindheit
 Zeitaufwand, Zeitplanung
 Handelt es sich um ein Einzelproblem oder ein Herdenproblem?
 Bewertung Folgestörungen
 Verminderte Futteraufnahme und deren Auswirkungen

Einflussfaktoren auf die Kosten verminderter Milchleistung
 Folgeerkrankungen
 Verminderte Nutzungsdauer – höhere Bestandesergänzungskosten
 Arbeitszeitansatz
 Kosten Behandlung
 Ärger und Folgen

Der Extremfall tritt ein, wenn ein erkranktes Tier überhaupt nicht mehr auf die Beine kommt und abgeht. Dadurch können beim Nachstellen einer Kalbin oder Kuh Kosten von über € 1000.- anfallen. Außerdem ist dann der Schlachterlös hinfällig.
Hochgerechnet auf eine (problematische) Herde können sich hier Beträge von einigen tausend Euro über ein Jahr ergeben.

Fazit
Die Kosten für Erkrankungen lassen sich schwer quantifizieren, da sehr viele Einflussfaktoren zu berücksichtigen sind. Allgemein jedoch haben Gesundheitsstörungen einen großen Einfluss auf das Betriebsergebnis. Viel größer als die reinen Tierarztkosten sind die Kosten, die durch Minderleistungen und die Folgen der Störungen verursacht werden. Eine Verbesserung der Tiergesundheit lohnt sich besonders, weil mit der Reduktion der Störungen nicht nur im ersten Jahr, sondern auch in der weiteren Zukunft Kosten eingespart werden können.

Autor: DI Michael WÖCKINGER, LK Oberösterreich


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Aktualisiert am: 19.12.2008 15:44
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