Milchproduktion: Aufwind spürbar

In Österreich ist die Milchproduktion 2006 leicht gestiegen. Wie aus dem Agrarbericht 2007 hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr mit 3,15 Mio t rund 1,1 % mehr Milch erzeugt als 2005.
Obwohl die Bestandszahlen an Kühen zuletzt deutlich gesunken sind, stieg die Milchproduktion leicht an.
Obwohl die Bestandszahlen an Kühen zuletzt deutlich gesunken sind, stieg die Milchproduktion leicht an.
Gleichzeitig wurde der Bestand an Milchkühen um 1 % auf 533 000 abgestockt. Die durchschnittliche Milchleistung je Kuh stieg um 2,1 % auf 5 900 kg. Rund ein Drittel der gesamten Milchmenge stammte aus Oberösterreich, ein Fünftel aus Niederösterreich und ein Sechstel aus der Steiermark.

Durchschnittspreis: 28,5 Cent
Vom Milchaufkommen wurden 85 % an die Verarbeitungsbetriebe geliefert; weitere 5 % waren zum menschlichen Konsum am Hof selbst beziehungsweise über die Direktvermarktung bestimmt. Der Erzeugerpreis für Milch lag 2006 im österreichischen Durchschnitt - bezogen auf einen Fettgehalt von 3,7 % und einen Eiweißanteil von 3,4 % - bei 28,50 Cent je kg Milch.

Milchpreis: Tendenz steigend
Die Erzeugerpreise sind zuletzt gestiegen; beispielsweise hat die Niederösterreichische Molkerei (NÖM) den Auszahlungspreis seit dem 1. September um 3,2 Cent netto auf jetzt 40,13 Cent brutto je kg Milch angehoben. Auch von anderen führenden Molkereibetrieben wie Bergland, der Gmundner Milch und der Landfrisch Wels wurden höhere Preise gemeldet.

Jeden Tag geben neun Landwirte auf
Die Interessengemeinschaft Milch (IG Milch) erklärte in einer Pressemitteilung, es sei notwendig, die Erzeugerpreise zu erhöhen, da die bisherige Preispolitik zu einem dramatischen Strukturwandel geführt habe. In den vergangenen Jahren hätten täglich durchschnittlich neun Betriebe ihre Produktion eingestellt.

Bauern verlieren an Perspektive
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr habe dies zur Folge gehabt, dass in mehreren EU-Ländern die nationale Milchquote nicht mehr erreicht worden sei. Der Preiskampf der Bauern entwerte das Produkt Milch und die Arbeit der Landwirte. Dadurch werde jegliche Perspektive für die Betriebe in Frage gestellt. (AgE)


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Aktualisiert am: 19.10.2007 12:04
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